Werbung
,

Georg Baselitz 1938–2026

Wie die Galerie Ropac in einem E-Mail meldete, ist der deutsch-österreichische Maler Georg Baselitz am Donnerstag, den 30. April 88-jährig verstorben.
Baselitz, mit bürgerlichem Namen eigentlich Hans-Georg Bruno Kern, war einer der ganz großen Stars der Malerei von den 1970er Jahren an bis heute. Im Jahr 1956 begann er das Studium der Malerei an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, damals Ost-Berlin, wurde jedoch nach zwei Semestern wegen „gesellschaftspolitischer Unreife“ der Hochschule verwiesen. Er wechselte an die Hochschule der bildenden Künste in West-Berlin, wo er ab dem Jahr 1958 auch lebte. Er nahm 1961 den Namen Georg Baselitz an und machte sich daran, die Malerei in der deutschen Nachkriegszeit zu revolutionieren. Bei seiner ersten Einzelausstellung 1963 wurden zwei Bilder wegen angeblicher Pornografie beschlagnahmt. In der Folge entwickelte der die sogenannten „Heldenbilder“ mit denen er positives Aufsehen erregte und gegen Ende der 1960er Jahre fand er schließlich zu seinem Markenzeichen: Das Gemälde „Der Wald auf dem Kopf“ malte er verkehrt herum und ab diesem Zeitpunkt standen fast alle seine Motive auf dem Kopf.

Obwohl er selbst eher auf Provokationen setzte, wurde Baselitz rasch zum Liebling eines kunstbegeisterten wohlhabenden Bürgertums das bereit war, für seine Gemälde und Skulpturen hohe Preise zu bezahlen. 1972 wurden seine Arbeiten auf der documenta in Kassel gezeigt, 1980 vertrat er Deutschland auf der Biennale di Venezia. Im Jahr 2000 widmete ihm die Sammlung Essl eine große Einzelausstellung in Klosterneuburg und zeigte ihn immer wieder in diversen Gruppenausstellungen. In Wien war er zuletzt 2023 mit der Ausstellung „Nackte Meister“ im Kunsthistorischen Museum zu sehen. Nach einer großen Retrospektive im Jahr 2009 im Museum der Moderne Salzburg, ist dort noch bis zum 18. Oktober die Ausstellung „Baselitz Jetzt“ mit Arbeiten aus dem Spätwerk zu sehen. Der Künstler lebte zuletzt in Salzburg und hat die Ausstellung noch gemeinsam mit dem Museum entwickelt. Am Standort im Rupertinum wir im Juni eine Ausstellung mit seinem Frühwerk eröffnet.

--
Abbildung: Georg Baselitz, Spanisch Winter, 2020, Öl auf Leinwand, 273 × 173 cm (links), X-ray Still, 2020, Öl auf Leinwand, 250 × 170 cm (rechts), Ausstellungsansicht BASELITZ JETZT, © Museum der Moderne Salzburg, Foto: wildbild, Herbert Rohrer 

Mehr Texte von Werner Remm

Werbung
Werbung
Werbung

Gratis aber wertvoll!
Ihnen ist eine unabhängige, engagierte Kunstkritik etwas wert? Dann unterstützen Sie das artmagazine mit einem Betrag Ihrer Wahl. Egal ob einmalig oder regelmäßig, Ihren Beitrag verwenden wir zum Ausbau der Redaktion, um noch umfangreicher über Ausstellungen und die Kunstszene zu berichten.
Kunst braucht Kritik!
Ja ich will

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung

Ihre Meinung

Noch kein Posting in diesem Forum

Das artmagazine bietet allen LeserInnen die Möglichkeit, ihre Meinung zu Artikeln, Ausstellungen und Themen abzugeben. Das artmagazine übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der abgegebenen Meinungen, behält sich aber vor, Beiträge die gegen geltendes Recht verstoßen oder grob unsachlich oder moralisch bedenklich sind, nach eigenem Ermessen zu löschen.

© 2000 - 2026 artmagazine Kunst-Informationsgesellschaft m.b.H.

Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Gefördert durch: