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Preis der Kulturstiftung Dortmund 2026 geht an Rosemarie Trockel

Seit dem Jahr 1998 verleiht die Kulturstiftung Dortmund den mit 25.000 Euro dotierten Ehrenpreis für das Lebenswerk außergewöhnlicher und international anerkannter Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Musik und Bildende Kunst.

Für das Jahr 2026 wird der Preis der international renommierten deutschen Künstlerin Rosemarie Trockel zuerkannt.

Rosemarie Trockel wurde 1952 in Dortmunds Nachbarstadt Schwerte geboren, lebte und arbeitete lange Zeit in Köln und hat jetzt ihren Wohn- und Arbeitsort in Potsdam sowie Berlin. Sie war von 1998 bis 2016 Professorin an der Kunstakademie in Düsseldorf, ist Mitglied in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, in der Akademie der Künste Berlin und wurde 2021 in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen. Ihre Werke waren u.a. zu sehen im Museum of Modern Art in New York, im Museum of Contemporary Art in Chicago und im Institute of Contemporary Art in Boston oder auf der documenta X in Kassel. Sie bespielte 1997 den Deutschen Pavillon im Rahmen der Biennale von Venedig. Einzelausstellungen waren zuletzt im Museum für Moderne Kunst Frankfurt zu sehen, sowie im Kunsthaus Bregenz, und eine Retrospektive 2005 im Museum Ludwig Köln. Ihr großartiges künstlerisches Schaffen wurde durch eine Vielzahl von Auszeichnungen Gewürdigt, so etwa mit dem Wolfgang Hahn-Preis und dem Goslarer Kaiserring.

„Wir freuen uns sehr, dass Rosemarie Trockel den Preis der Kulturstiftung Dortmund für ihr Lebenswerk annimmt. Mit ihr zeichnen wir eine Künstlerin aus, die zu den einflussreichsten ihrer Generation zählt und deren Werk sich jeder Klassifizierung entzieht. Wurden ihre frühen Strick- und Herdplattenbilder noch als feministische Antwort auf eine von Männern dominierte Konzeptkunst gelesen, musste man bald feststellen, dass diese Lesart zu kurz greift. Denn ähnlich wie bei ihren Zeichnungen, die sich durch ihr gesamtes Werk ziehen, wird eine der Minimal Kunst widersprechende produktive Fragilität, ein feinsinniger Humor und eine große Widerständigkeit deutlich. Rosemarie Trockel arbeitet mit unterschiedlichen Materialien und Formen, darunter Skulpturen, Collagen, Keramiken, Strickarbeiten, Zeichnungen, Videos und Fotografien. In ihren Werken setzt sie sich oft kritisch mit gesellschaftlichen Themen auseinander. Dabei nutzt sie unterschiedliche, teilweise subversive künstlerische Strategien. Sie greift beispielsweise Techniken auf, die traditionell als „weiblich“ gelten oder dem Kunstgewerbe zugeordnet sind, und interpretiert sie neu. Außerdem spielt sie ironisch mit kulturellen Symbolen und Erwartungen, arbeitet mit Widersprüchen und Paradoxien und verneint bewusst die kommerziellen und institutionellen Regeln des Kunstbetriebs. Ähnlich wie ihre Videos scheinen ihre Wollarbeiten, Fotodrucke und Rauminstallationen mitunter Strategien und Bilder der Verhaltensbiologie aufzugreifen. Dabei wird die Differenz zwischen Mensch und Tier mehr in Frage stellt, als bekräftigt. In diesem Sinne hat Rosemarie Trockel seit Beginn ihrer Karriere die Sonderstellung des Menschen infrage gestellt und dessen biologische, ökologische und technologische Verbundenheit mit anderen Lebewesen thematisiert, ohne dass sich ihre Werke hierauf beschränken ließen. Auch in diesem Sinne ist das sich mittlerweile über mehr als vier Jahrzehnte spannendende Werk äußerst aktuell.“ (Yilmaz Dziewior für die Jury des Preises)

Mehr zur Kulturstiftung Dortmund: ⤇ www.kulturstiftung-dortmund.de

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Abbildung: Rosemarie Trockel erhält den Preis der Kulturstiftung Dortmund 2026 für ihr Lebenswerk. Copyright the artist, Courtesy Sprüth Magers, Fotograf: Curtis Anderson

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