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À l`est du sud de l`ouest: Und lasse mein Herz hier für immer

"Jai choisi ce lieu, et jy ai laissé mon coeur pour toujours" (Ich habe mir diesen Platz ausgesucht und lasse mein Herz hier für immer) So schrieb es der in Hong Kong lebende Künstler Liang Yue an eine Wand in der aktuellen Ausstellung "À lest du sud de louest" der Villa Arson in Nizza. Daneben hängt ein großformatiges Foto, das die exotisch gewandete Dame zeigt, die auch mich am Eingang der Kunstinstitution begrüßte. Unter anderen Umständen würde ich wahrscheinlich von sentimentalem Kitsch sprechen, in diesem Fall kann ich nur sagen: aussi, jy laisse ma coeur! Seit die Künstler ihre Wirkungsstätte nicht mehr ausschließlich auf das Atelier beschränken, ist Nizza, der schicke Gegenpol zum ungezähmten Marseille, gelegen an der Baie des Anges, Anziehungspunkt der Künste. Das Licht, das Meer, die Berge waren schon für Chagall, Picasso und Matisse Grund hier Zeit zu verbringen. Heute beherbergt die Stadt eine ganze Reihe Sammlungen, die daran erinnern. Die Villa Arson ursprünglich zu Beginn des 19. Jht. über den Dächern Nizzas erbaut, wurde in den 60iger Jahren unter dem legendären Kulturminister André Malraux zur Kunsthochschule und Ausstellungshaus umgewidmet. Als Kontrapunkt zur alten Villa stellte der Gropius Schüler Michel Marot eine Betonkonstruktion in den mediterranen Garten. Der raue Stil des Gebäudes akzentuiert umso mehr diesen Ort und verleiht den Ausstellungsräumen eine nicht unangenehme Ernsthaftigkeit. Was uns zum Eigentlichen führt: 2004/2005 stehen in Frankreich ganz im Zeichen "chinesischer Freundschaft", so gab es bereits im Centre Pompidou in Paris vor einiger Zeit eine Sammelschau chinesisch zeitgenössischer Kunst zu sehen. Die Ausstellung "À lest du sud de louest" in der Villa Arson, erarbeitete der renommierte Kurator und Kritiker Hou Hanru (50. Biennale Venedig, Biennale Shanghai, Musée dArt Moderne Paris). Es ist eigenartig, dass Schauen mit geographischem "Aufhänger" (im Fall von China funktioniert das ähnlich wie schon seit Jahren beim "Balkan") sich stets bemüßigt fühlen, auf die Nicht-Existenz nationaler Grenzen für die Kunst hinzuweisen. Tatsächlich ist nur wenigen Arbeiten eine definierte kulturelle Herkunft anzumerken, was aber ohnedies nicht sehr viel zur Sache tut. Nine-Eleven und sich daraus ergebende Assoziationen von Flugzeug bis Terror ist ein oft interpretiertes Thema, auch die Vermengung von Klischee und Wirklichkeit, gezeigt in einer Reihe von Videos. My favorite: Zhuang Hui, der anhand offizieller Bildmotive wichtiger Parteiereignisse, Zensur zu Kulturrevolutions-Zeiten veranschaulicht. So musste manches Gemälde immer wieder umgemalt werden, um dem aktuellen Stand der Sympathieträger zu entsprechen. Die Schau wandert von der Villa Arson ins CRAC (Centre régional dart contemporain) ein bisschen westlicher an der Côte dAzur nach Sète. Dort zu sehen von 18. Juni-12. Sept. 04
Mehr Texte von Ana Berlin

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À l`est du sud de l`ouest
17.04. - 13.06.2004

Villa Arson
06105 Nice, 20 av, Stephen Liégeard
Tel: +31-04 92 07 73 73, Fax: +31-04 93 84 41 55
http://www.villa-arson.org
Öffnungszeiten: 14 - 18 h

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