WIKAM – die Wiener Internationale Kunstmesse: Traditionelles und Neues
Die Wiener internationale Kunst- und Antiquitätenmesse (WIKAM) im Frühjahr gehört zu den am längsten veranstalteten Kunstmessen der Bundeshauptstadt. Traditionell im Palais Ferstel beheimatet, das auch das Café Central beherbergt, bieten 26 Galerien und Kunsthandlungen noch bis zum 8. März eine breite Palette an Kunstwerken und Sammlungsstücken, von der Antike bis zur jüngsten Gegenwart. Gleich beim Eingang zeigt Coloneum Antik aus Regensburg seinen traditionellen Mix aus zeitgenössischer Kunst (u.a. Alex Katz und Willi Sieber) und ausgesuchten Möbeln des Art Decó. Möbel sind überhaupt selten geworden auf den Kunstmessen hierzulande. Kössl Kunst & Teppich bietet neben einigen Kommoden und u.a. einen Tabernakelschrank (Wien um 1750) mit feinen Intarsien und einen barocken Prunkschrank aus dem Stift St. Florian. Möbel gibt es auch bei Walter Moskat aus Wolfurt bei Bregenz, ins Auge fällt bei ihm aber ein Gemälde von Herbert Reyl-Hanisch, gemalt 1937, kurz vor seinem frühen Tod. Reyl-Hanischs Landschaften sind eher idealisierte Seelenbilder als Abbildungen der Realität, in diesem Fall handelt es sich jedoch um ein Auftragswerk eines Sammlers aus dem Allgäu und zeigt die Region rund um den Großen Alpsee (€ 40.000). Der Kunsthandel Widder hat seinen Messestand dieses Jahr deutlich verkleinert und zeigt eine breit gefächerte Präsentation kleinerer Arbeiten. Roland Widder begründet dies mit den Vorbereitungen auf seine nächste Auktion am 25. März. Onlinegebote können bereits jetzt abgegeben werden unter ⤇ www.widderauktionen.com.
Widder macht dafür Platz für die Erstteilnahme der Grazer Galerie Zimmermann Kratochwill an der Wikam mit einem zeitgenössischen Programm u.a. mit Kiki Kogelnik, Elke Krystufek, Gunter Damisch und Erwin Wurm. Neu auf der Wikam ist auch Alexis Brune mit zeitgenössischer Kunst und Design des 20. Jahrhunderts, dessen Messestand sich gleich gegenüber jenem seiner Eltern, die neben der Werkstätte Hagenauer vor allem Sammerlstücke des Empire und Biedermeier zeigen. Auch die L.Art Galerie stellt erstmals auf der WIKAM aus und bringt ihr Malereiprogramm mit Werken von Sissa Micheli, Robert Schaberl und Stylanos Schicho. Beim Kunsthandel Wiesinger gibt es die 140x150 cm messende „Welle“ von Manfred Bockelmann dem jüngeren Bruder von Udo Jürgens um 17.400 Euro zu erwerben. Bei der Galerie Szaal fallen einige Zeichnungen und Editionen von Max Weiler auf, sowie ein Farbsiebdruck der Schauspielerin Ingrid Bergmann von Andy Warhol.
Der Kunsthandel Freller hat für die WIKAM eine Sonderschau mit Werken von Alfons Walde zusammengestellt. Die Preise für die rund 20 Arbeiten beginnen bei 6.500 Eure und enden im sechsstellingen Bereich. Nach einigen Jahren Pause stellt auch Christoph Bacher wieder auf der WIKAM aus. Bei ihm gibt es u.a. eine römische Marmor-Büste des griechischen Dramatikers Aischylos um durchaus gerechtfertigte 80.000 Euro zu erwerben.
Beim Publikum erfreut sich die WIKAM ungebrochener Beliebtheit. Bei der Eröffnung und am ersten Wochenende war die Messe gut besucht und es wurden erste Verkäufe gemeldet. Interessenten haben noch bis Sonntag, den 8. März Zeit für einen Ausflug in zweitausend Jahre Kunstgeschichte.
Mehr Texte von Werner Remm 27.02. - 08.03.2026
Palais Ferstel
1010 Wien, Strauchgasse 4
Tel: +43 (0)664 863 11 30
http://ferstel.wikam.at
Öffnungszeiten: 11-19, So 11-18 h
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