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Sonia Leimer - Dust Buddies: Wir sind alle Sternenstaub

Als ausgebildete Architektin setzt sich Sonia Leimer in ihrer künstlerischen Praxis mit den Bedingungen unserer sozialen und gebauten Räume auseinander. Ausgehend von ihrer Beschäftigung mit urbanen Strukturen und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Fragestellungen baute sie ihre Recherchen in den letzten Jahren immer mehr aus. Schon in ihrer Serie Space Junk weitete sie den Blick von der Erde auf den erdnahen Orbit, der im Zuge der technologischen Entwicklungen eine fortwährende stärkere Nutzung erfährt. Im Rahmen einer Residency im Cosmic House in London, entwickelte Leimer einen neuen Werkkomplex, in dem sie ihren Fokus zum fernen Kosmos lenkt um letztendlich bei kleinsten Strukturen in unserer unmittelbaren Umgebung anzukommen.

In ihrer Konfrontation mit dem zunehmenden technologischen Müll der die Erde umkreist, wurde Leimer auf eine zweite, in ihrer Masse viel größeren Zahl an Objekten die unsere Welt umgibt aufmerksam, den Sternenstaub.

Tausende Tonnen an winzigen Partikeln werden von der Atmosphäre täglich aus dem Weltraum eingefangen und rieseln als Mikrometeoriten auf die Erdoberfläche, wo sie sich mit dem von den Menschen gemachten und dem natürlichen Staub vermischen. Damit erzählt dieser Staub von den Vorgängen im täglichen Leben auf der Erde, verbindet sich aber gleichzeitig mit den Milliarden Jahre dauernden Entwicklungen des Kosmos. Daher rückt Weltraumstaub auch immer stärker ins Zentrum von Wissenschaft, denn die mikroskopischen Teilchen erzählen von den Weiten des Alls und der Entstehung des Universums.

Für ihr Projekt im Cosmic House, das in abgewandelter Form nun in der Galerie nächst St. Stephan zu sehen ist, hat Sonja Leimer Proben von Staub gesammelt und an einem Hochleistungsmikroskop im Naturhistorischen Museum Wien untersucht und begonnen jene Strukturen, die ihr besonders ins Auge gefallen sind, in Skulpturen umzusetzen. In der Galerie hat sie einen ganzen Kosmos an kleineren und größeren Objekten - die Dust Buddies - arrangiert. Eine dunkle Fläche aus Dachpappe verbindet die einzelnen Galerieräume und verleiht der Installation eine räumliche Tiefe, die den galaktischen Ursprung, der nun auf eine für das menschliche Auge wahrnehmbare Größe angewachsenen Staubkörner, erlebbar macht. Dazu gesellen sich im ersten Galerieraum Skulpturen aus der Werkgruppe der Fänger. Die aus unterschiedlichen Rohren gebogenen Objekte geben sich einerseits offen und durchlässig, sollen jedoch als Skulpturen im öffentlichen Raum mit ihrer Umwelt interagieren, verlorenes und Weggeworfenes einfangen und so einen Speicher menschlichen Handelns zu bilden.

Tiefer in die Entwicklungsgeschichte der Serie der Dust Buddies führt ein Video, das Sonia Leimer im Rahmen ihrer Residency in London produziert hat. In diesem führt  der Blick durch das Mikroskop zu einem Gang durch das vom postmodernen Architekturtheoretiker Charles Jencks mit seiner Frau Maggie gebauten Cosmic House und endet schließlich im weiten Naturraum, der sich in dem Universum öffnet.

Mehr Texte von Werner Remm

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Sonia Leimer - Dust Buddies
26.02. - 09.05.2026

Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder
1010 Wien, Grünangerg. 1/2
Tel: +43 1 5121266, Fax: +43 1 5134307
Email: galerie@schwarzwaelder.at
http://www.schwarzwaelder.at
Öffnungszeiten: Di-Fr: 12-18h
Sa: 11-16h


Ihre Meinung

1 Posting in diesem Forum
bemühtes kindergartenniveau
Fabio Keiner | 04.05.2026 14:47 | antworten
alles sehr nett und hübsch vom konzept her- aber wenn das nur net alles so auf bemühtem kindergartenniveau ausgeführt wäre... und natürlich gefördert vom ministerium mit öffentlichen gelder... der nullpunkt der kunstproduktion :))

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