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The Material Show - We build houses. We take them apart.: Erinnerungen an Architekturen

Wie viele Steine kann man aus einem Stein herstellen? Eine auf den ersten Blick absurde Frage, die dennoch Sinn macht, wenn man die Arbeit von Christoph Weber in der Ausstellung The Material Show im Freiraum des Museumsquartiers betrachtet. Für sechs komma vier hat er errechnet, wie viele Kopien eines rund 200 Kilogramm schweren Kalksteins man herstellen kann, wenn man aus diesem Kalkstein zuerst Zement und daraus wiederum Beton herstellt.

Zwölf Künstler:innen werfen in der von Astrid Peterle und Andreas Fogarasi kuratierten Ausstellung einen Blick auf unsere gebaute Umwelt und setzen dies in künstlerischen Arbeiten um, die sich mit dem Bauen und wieder Abreißen und den ökologischen wie gesellschaftlichen Implikationen der architektonischen Gestaltung der Welt auseinandersetzen. Zu sehen sind dabei etwa die fotografischen Erforschungen der Architekturgeschichte von Werner Feiersinger, der auch zwei seiner Skulpturen zur Ausstellung beisteuert, oder Arbeiten von Andreas Fogarasi selbst, der in seiner Serie Nine Buildings, Stripped  Bruchstücke von abgerissenen Häusern mit dem Material kombiniert, durch das der Abbruch ersetzt wurde.

Es ist eine Geschichte vom Werden und Vergehen von Architekturen, vom Wert, dem wir Gebautem beimessen und von der Frage nach den Möglichkeiten der Nachnutzung und Wiederverwertung, die in der Ausstellung verhandelt werden. Cäcilia Brown nutzt Bestandteile von historischen Gebäuden, die allem Denkmalschutz zum Trotz abgerissen wurden, um daraus ebenso mächtige wie fragile Denkmäler der Immobilienspekulation zu gestalten, Lara Almarcegui listet ganz lapidar die Materialien und deren Gewicht auf, die etwa für den Bau ganzer Städte (hier in der Ausstellung São Paulo) oder einzelner Gebäude Verwendung fanden.

Wie vielfältig die künstlerischen Ansätze sein können, zeigt eine. Materialbibliothek am Beginn der Ausstellung basierend auf der Sammlung von Baumaterialien aus dem Naturhistorischen Museum, die Andreas Fogarasi bereits für eine frühere Ausstellung entwickelt hatte. Hier dient sie als Sammlung von Objekten die von den Künstler:innen der Ausstellung als Referenzobjekte für ihre Arbeiten zur Verfügung gestellt wurden, darunter z.B. ein Kupferstich von Giovanni Battista Piranesi, ein italienischer Kupferstecher, Archäologe, Architekt und Architekturtheoretiker, oder Arbeitsproben aus den Ateliers von Cäcilia Brown und Bianca Pedrina.

Auf die sinnloseste Form der Zerstörung von Architekturen, nämlich durch den Krieg, geht die in Charkiw, Ukraine aufgewachsene Künstlerin Daria Koltsova ein. Ihr Kiosk präsentiert Postcards from Home, eine Arbeit mit bunten Bleigläsern wie sie sich oft in sakralen Gebäuden oder Schmuckfenstern von Profanbauten finden, die für die oft flüchtigen Erinnerungen stehen, die alles sind, was nach der Zeit der Zerstörung noch übrig ist.

Mehr Texte von Werner Remm

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The Material Show - We build houses. We take them apart.
26.02. - 31.05.2026

MQ Freiraum
1070 Wien, Museumsplatz 1
https://www.mqw.at/mqfreiraum
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 h


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