Wien im Fokus
Das Jahresprogramm der Kunsthalle Wien
2026 ist es (endlich) wieder so weit: Michelle Cotton, Direktorin der Kunsthalle Wien, wagt sich an die große Überblicksausstellung zum Wiener Kunstleben und -Arbeiten. „Lebt und arbeitet in Wien“ wird von Mai bis in den Oktober das Programm der Kunsthalle Wien bestimmen und soll an die früheren Präsentationen anschließen, die vom Jahr 2000 an zeigen wollten, was die hiesige Kunstszene jeweils aktuell zu bieten hat. Alle fünf Jahre gab es die große Bestandsaufnahme. Zuletzt zeigte die Kunsthalle im Jahr 2015 unter dem Titel „Destination Wien“ eine Schau mit 70 Einzelpositionen die neben Museumsquartier und Karlsplatz noch in 50 weitere Institutionen ausfranste. Für die diesjährige Kunstszenen-Inventur hat sich Michelle Cotton Monika Georgieva und Daniel Baumann als Co-Kurator:innen dazugeholt und aus der Kunstszene der Stadt 56 künstlerische Positionen herausgefiltert, die alle noch nicht in einer früheren Ausgabe vertreten waren. Zusätzlich soll ein Programm mit Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft sowie Personen des öffentlichen Lebens Wien als Stadt im 21. Jahrhundert thematisieren.
Ein zweiter Wien-zentrierter Programmpunkt des Jahres ist die Ausstellung zum Preis der Kunsthalle Wien, die im Oktober am Karlsplatz stattfinden wird. Der Preis wird von der
Kunsthalle Wien, der Akademie der bildenden Künste Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien organisiert und jährlich von einer Fachjury an jeweils eine:n Absolvent:in der beiden Hochschulen verliehen.
Vier weitere Einzelausstellungen hat Michelle Cotton für 2026 projektiert, die alle ihrer Programmlinie folgen Künstler:innen zu zeigen, die in Wien zuvor noch keine institutionelle Ausstellung hatten. Es sind dies die ranzösisch-iranische Künstlerin Chalisée Naamani, der Italiener Guglielmo Castelli, die aus Hong Kong stammende Tiffany Sia und die Niederländerin Magali Reus. Die Ausstellungen werden jeweils mit internationalen Ausstellungsinstitutionen koproduziert, was dem Budget gut tut, denn auch die Kunsthalle Wien hat ein wenig unter dem herrschenden Spardruck zu leiden. Das Gesamtbudget von 5,7 Mio € bleibt für 2026 konstant, was angesichts der Inflation natürlich einer Kürzung gleichkommt. Teile der Verwaltung, wie Buchhaltung und Lohnverrechnung werden jedoch von der Stadt Wien Kunst GmbH übernommen, zu der auch das Foto Arsenal Wien, Kunst im öffentlichen Raum Wien und das Atelierhaus Wien gehören. Die daraus entstehenden Synergien und Einsparungen, kommen wiederum dem Budget zugute.
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