Das ganze Universum – Ausstellungen im Lentos und Nordico 2026
Rund 75.000 Besucher:innen konnten die Museen der Stadt Linz im Jahr 2025 verzeichnen, davon entfielen 64.000 auf das Lentos und 11.000 auf das Nodico. Die Gesamtzahl ist etwas geringer als im Rekordjahr 2024, das vor allem durch die Kooperationsausstellungen im Rahmen des Kulturhauptstadtjahrs der Region Salzkammergut 83.000 Besucher:innen in die Ausstellungen lockte.
Das Ausstellungsjahr 2026 beginnt vorerst mit Ausstellungen, die bereits im Jahr 2026 eröffnet wurden. Noch bis zum 11. Jänner ist die Ausstellung von Georg Pinteritsch im Untergeschoss zu sehen (⤇ hier geht es zur artmagazine Kritik). Noch bis zum 6. April ist im Obergeschoss die große Ausstellung „Mädchen* sein!?“ zu sehen, die aktuelle Fragestellungen im Leben von Mädchen* vor dem Hintergrund künstlerischer Auseinandersetzungen mit dem Erwachsenwerden und seiner Repräsentation in der Kunst aufgreift.
Ab Februar geht es im Ausstellungsraum im Untergeschoss des Lentos dann gleich um das ganze Universum, das in seiner Gesamtheit für uns kaum begreifbar ist. Wie gehen Künstler:innen um mit schier unendlichen Zeitläufen und unüberwindbaren Entfernungen im Verhältnis zu unserem Dasein auf einem winzigen Planeten in einer von milliarden Galaxien.
Die Schausammlung des Lentos wird bis zum März neu gestaltet. Der Linzer Sammler Erwin Hauser hat dem Museum im vergangenen Jahr knapp 3000 Kunstwerke gestiftet, die dem Museum die Schließung von Sammlungslücken ermöglichen und nun in die Schausammlung integriert werden. Im April folgt eine Ausstellung die es so kaum noch geben wird. Das Max Pechstein Museum in Zwickau wird aktuell renoviert und schickt die Werke des Mitglieds der Künstlervereinigung „Brücke“ auf Tournee. Die Ausstellung bekommt in Linz einen besonderen Schwerpunkt, denn Wolfgang Gurlitt, ab 1946 der Neuen Galerie der Stadt Linz, heute Lentos Kunstmuseum, war auch der Galerist Pechsteins. Im Mai feiert das Lentos das 200-jährige Jubiläum der Fotografie mit einer Ausstellung aus der umfangreichen Fotosammlung des Museums.
Mit zeitgenössischer Malerei geht es dann im September weiter, mit der Personale der in Deutschland geborenen und in Österreich aufgewachsenen Künstlerin Katrin Plavčak. Gesellschaftliche Fragestellungen und aktuelle Herausforderungen packt Plavčak in lebendige, bunte Bildwelten deren ernster Hintergrund visuellen Genuss nicht ausschließt.
Den Abschluss findet das Ausstellungsjahr 2026 mit einer Retrospektive der 1903 geborenen Künstlerin erika roessing, die ihre Ausbildung u.a. in Linz und Gmunden erhielt und später in Deutschland lebte.
Das 2025 mit dem Österreichischen Museumspreis ausgezeichnete Nordico konzentriert sich 2026 auf die Wirtschaft und den Tod in Linz. Von März bis Oktober zeigt das Haus unter dem Titel „Made in Linz“ die Geschichte ausgewählter Betriebe in Linz, von den ersten Industrien bis zu aktuellen Startups. Und zum Schluss geht es um die letzten Dinge. Im Herbst erzählt die Ausstellung „Death Positive“ vom Sterben in der Stadt an der Donau, von alten Trauerriten bis zu neuen Trends im Bestattungswesen.
Details zu den Programmen unter
lentos.at
nordico.at
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