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Zehn teure Marilyns

Abendauktion bei Ketterer in München

Bei Ketterer in München glänzten deutsche und internationale Blue Chips. In einem über dreistündigen Auktionsmarathon versteigerte Robert Ketterer gerade einmal 84 Lose in teils zähen Bietgefechten zu einem Gesamtergebnis von über 28 Millionen Euro Zuschlagssumme. Das als Toplos gehandelte farbintensive Gemälde Hermann Max Pechsteins „Inder und Frauenakt“ mit einem Früchtestillleben auf der Rückseite erfüllte seine Erwartungen und kam mit einem Gebot von 2,1 Millionen Euro einen Schritt über seinen unteren Schätzpreis.

Ernst Ludwig Kirchners Gebirgslandschaft „Sertigweg“ aus dem Jahr 1937 entfachte einen Bieterwettstreit, der bei 850.000 Euro deutlich über dem Schätzpreis von 500.000 Euro endete. Sein Gemälde „Leuchtturm hinter Bucht“, das sich seit 1959 in amerikanischer Sammlerhand befindet, von 1912 blieb bei einer Taxe von 600.000 Euro jedoch liegen. Der einzige bekannte farbige Abzug seines Holzschnitts „Frauen am Potsdamer Platz“ aus dem Jahr 1914 ging hingegen für 650.000 Euro (Taxe 500.000) an ein Telefon. Heinrich Campendonks Gartenbild „Im Garten - Frau, Pferd, Ziege“ machte mit 600.000 Euro eine Punktlandung. Wassiliy Kandinskys abstrakte Komposition „Behauptend“ von 1926 ging unter Applaus für 2,5 Millionen Euro (1 Mio.) an ein Telefon.

Auch bei der zeitgenössischen und internationaleren Ware konnten die Münchener punkten. Um Pablo Picassos letztes von 30 Exemplaren der Aquatintaradierung „La femme au tambourin“ stritten sich mehrere Telefone bis 520.000 Euro (450.000). Eine gelbe „Hommage to the Square“ von Josef Albers ging für 490.000 Euro (300.000) über den Auktionsblock. Während für Lucio Fontanas unattraktiv braunes „Concetto Spaziale“ von 1960 ein schriftliches Gebot leicht unter der Schätzung von 800.000 Euro zum Zuge kam, gab es ebenfalls Applaus für die 3,6 Millionen Euro, die die komplette Serie von zehn siebgedruckten „Marilyns“ von Andy Warhol einspielte (Taxe 1,5 Millionen), das ist mehr als die Summe, die die einzelnen Farbvarianten je gebracht haben. Ein weiteres Matching Set von zehn - allerdings identischen - „Campbell's Soup I“ spielte 800.000 Euro ein (500.000).

Thomas Schüttes „Bronzefrau Nr. 12“ erzielte 1,2 Millionen Euro (1 Mio.), ein kleinformatiges „Abstraktes Bild“ Gerhard Richters ging in Trippelschritten auf 810.000 Euro. „Dalet Vav“ von Morris Louis machte mit 500.000 Euro eine Punktlandung. Asger Jorns „Une mime de rien (ou presqu)“ stieg auf 660.00 Euro (350.000) und Piero Dorazios „Soffitto alla b.c.“ verdoppelte seine Vorbewertung auf 520.000 Euro. Robert Motherwells zurückgenommene Komposition „Open # 184“ setzte mit erwartungsgemäßen 400.000 Euro den Schlusspunkt unter eine Abendauktion, die den Spitzenplatz der Münchener unter den deutschsprachigen Auktionshäusern eindrucksvoll bestätigt.

⤇ www.kettererkunst.de/

Mehr Texte von Stefan Kobel

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