Tom Engels wird neuer Direktor des Kunstverein München
Am 1. Januar 2026 wird Tom Engels die Position des Direktors des Kunstverein München übernehmen. Seine Ernennung folgt auf ein umfangreiches Auswahlverfahren durch den Vorstand des Kunstverein München und markiert den Beginn eines neuen Kapitels für die Institution. Engels wird die Nachfolge von Maurin Dietrich antreten, die den Kunstverein München seit 2019 leitet und deren Amtszeit bis Ende 2025 läuft.
Tom Engels (geb. 1989, Belgien) arbeitet an der Schnittstelle von bildender Kunst, Choreografie und Performance. Seit 2021 ist er künstlerischer Leiter des Grazer Kunstvereins, dort beendet er derzeit seine Amtszeit mit Einzelausstellungen von Tom Burr und Nora Schultz. Im Jahr 2023 wurde er zum Kurator der 15. Baltic Triennale am Contemporary Art Centre in Vilnius ernannt, die er in Zusammenarbeit mit Maya Tounta entwickelt hat. Seine Projekte und Kooperationen wurden international unter anderem im Museion (Bozen), Tai Kwun Contemporary (Hongkong), M HKA (Antwerpen) und bei Jan Mot (Brüssel) präsentiert. Im Grazer Kunstverein war das Publizieren ein zentraler Bestandteil seiner Ausstellungspraxis, das führte zu rund 15 Publikationen, die er gemeinsam mit Julie Peeters herausgab, sowie zu redaktionellen Projekten mit Sternberg Press, Axis Axis, Roma Publications und Sarma. Engels arbeitete mit Choreograf*innen, wie Alexandra Bachzetsis, Mette Ingvartsen, Eszter Salamon, Mette Edvardsen, Bryana Fritz und PRICE/Mathias Ringgenberg zusammen. Er hat sowohl einen Master in Kunstgeschichte an der Universität Gent als auch in Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen abgeschlossen.
„Ich betrachte den Kunstverein München als einen jener einzigartigen Räume, in denen Kunst den Takt unseres Denkens und Fühlens verändern kann, indem sie Dinge verlangsamt, wenn alles andere nach Geschwindigkeit verlangt, oder etwas in uns beschleunigt, das sich einer Benennung entzieht“, kommentiert Engels seine Ernennung. „Heute sind solche Orte keine Selbstverständlichkeit mehr; sie verlangen nach kollektiver Aufmerksamkeit und Engagement – um erhalten, verteidigt und immer wieder neu geschaffen zu werden. Für mich bedeutet das, den Kunstverein München als einen Raum zu begreifen, an dem wir erproben und neu verhandeln, wie wir sprechen, wahrnehmen und imaginieren – nicht, um dem Neuen hinterherzujagen, sondern um das, was bereits da ist, anders zu bearbeiten, bis sich das zu öffnen beginnt, was in festen Mustern gefangen zu sein scheint. Es liegt eine besondere Neugier und stille Freude darin, das Offensichtliche ins Wanken zu bringen, das Gewisse zu verkomplizieren und sich dem anzunähern, was sich der Aufmerksamkeit entzieht oder ungelöst bleibt. Ich freue mich darauf, mit dem komplexen und nachhallenden Erbe dieser Institution zu arbeiten und es in eine offene Zukunft zu tragen.“
Um seine Vision für den Kunstverein München zu verwirklichen, hat Engels Line Ebert zur neuen Kuratorin ernannt. Zusammen mit Lucie Pia, die unter der derzeitigen Leitung zum Team gehört und als Assistenzkuratorin weiterhin tätig sein wird, werden sie das kuratorische Team der Institution bilden. Darüber hinaus wird Julie Peeters, mit der Engels eine langjährige Zusammenarbeit verbindet, für das Grafikdesign des Kunstvereins München verantwortlich sein.
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Abbildung © Marina Sula
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