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René Burri: Die Details der Apokalypse

Unsere Erinnerung an die großen Ereignisse und Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts sind maßgeblich geprägt durch einzelne Fotos. Zu Hunderten in Abbildungen und als Plakate reproduziert, zählen sie längst zum Allgemeingut. Ein Sammelpunkt dieser Ikonenhaften Bilder des letzten Jahrhunderts ist die legendäre Fotoagentur "Magnum" und ganz voran der Schweizer René Burri, seit 1959 Mitglied der Vereinigung. Ihm ist nun eine Retrospektive, 50 Jahre seines Schaffens, in der Maison Européen de la Photographie in Paris gewidmet. Sein erstes Bild schoss Burri 13-jährig mit der Kodak seines Vaters: Winston Churchill bei dessen Zürich-Besuch 1946. Ab dann liest sich sein Leben wie ein Abenteuerroman durch die Sternstunden und Abgründe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Che Guevara Bilder sind neben Alberto Kordas die fotografische Entsprechung des Kuba-Mythos; Yves Kleins "Anthropometrie", die Malerei mit lebenden Pinseln, hielt er für die Nachwelt fest, Picasso beim Stierkampf für die Zeitschrift "DU"; epochal sind seine Studien über das Nachkriegsdeutschland in der Serie "Die Deutschen" in den 50iger und 60iger Jahren. Stets "freelance" bereiste Burri die Welt und hielt die Künstler, die Kriegsschauplätze, das Leben als solches mit seinem Blick für den Rest der Menschheit fest. Egal ob Reportagen über Anwar el Sadat für die New Yorks Times, Akira Kurosawa in Tokio für Paris Match oder Mode für den Stern, der Schweizer Fotograf verstand es, seinen künstlerischen Gestus mit dem Blick des Journalisten zu verbinden. Kriegsschauplätze sind ein Sujet-Schwerpunkt in Burrris Leben und so auch in der von Hans Michael Koetzle kuratierten Ausstellung. Die Apokalypse kennt bei René Burri aber keine Kadaver und blutschreienden Amok-Szenerien, vielmehr erzählt er vom Kampf und Terror mit dem Wissen um Details, die wiederum die Geschichte des Ganzen in sich bergen. Bis 14. März hat man noch Zeit Burris Fotos im Original zu sehen. Im Phaidon Verlag erschien außerdem vor wenigen Wochen ein groß angelegtes Buch mit dem schlichten Titel "René Burri Photographies".
Mehr Texte von Ana Berlin

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René Burri
14.01. - 14.03.2004

Maison Europeenne de la Photographie
75004 Paris, 5/7 rue de Fourcy
Tel: +33 1 44 78 75 00, Fax: +33 1 44 78 75 15
http://www.mep-fr.org
Öffnungszeiten: Mi-So 11.00 - 20.00 h

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