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Otto-Breicha-Preis für Fotokunst 2021 geht an Anna Jermolaewa

Seit 1983 vergibt das Museum der Moderne Salzburg alle zwei Jahre einen Preis für Fotokunst. Seit 2007 wird dieser Preis von der Familie Breicha gefördert und als „Otto-Breicha-Preis für Fotokunst – Museum der Moderne Salzburg“ an eine_n österreichische_n oder in Österreich lebende_n Fotokünstler_in verliehen. Der Preis ist nach Otto Breicha, dem Gründungsdirektor der Modernen Galerie und Graphischen Sammlung – Rupertinum, der Vorläuferinstitution des heutigen Museums, benannt.

Die Trägerin des 18. Otto-Breicha-Preises ist Anna Jermolaewa. Die Jury, bestehend aus Christa Breicha, Marina Faust (Otto-Breicha-Preisträgerin 2019), Thorsten Sadowsky (Museum der Moderne Salzburg), Kerstin Stremmel (Museum der Moderne Salzburg) und Matthias Weiß (Paris- Lodron-Universität Salzburg) begründet ihre einstimmige Entscheidung wie folgt:

„Anna Jermolaewa, 1989 von Sankt Petersburg nach Österreich gekommen, ist eine Konzeptkünstlerin, die vor allem mit den Medien Fotografie und Video arbeitet. Jermolaewa bezeichnet sich als ,Realistin‘ und ihre Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit ist oft kritisch und abgründig humorvoll. ,Hostile Architecture‘ etwa ist eine 2019 begonnene Fotoserie, die erfasst, wie im öffentlichen Raum Metallstacheln und ähnliches so montiert sind, dass Obdachlose sich dort nicht aufhalten können. Gleichzeitig dokumentiert Jermolaewa die schmerzhaften Spuren dieser menschenverachtenden Architektur am eigenen Körper. Wir freuen uns darauf, mit dieser Künstlerin eine vielschichtige Ausstellung realisieren zu können, die unseren Blick auf die Welt schärfen und voller Überraschungen sein wird.“

Anna Jermolaewa studierte zunächst Kunstgeschichte an der Universität Wien und absolvierte 2002 ihr Studium der Malerei, Grafik und Neuen Medien an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit 2018 ist sie Professorin für Experimentelle Gestaltung an der Kunstuniversität Linz. Oft entwickeln sich ihre Arbeiten aus der Beobachtung alltäglicher Dinge und sind mit ihrer eigenen Biographie verknüpft. Jermolaewa reflektiert Themen wie Erinnerung, Entwurzelung und Neubeginn; vor allem aus ihren Erfahrungen als aufmerksame Reisende resultieren Projekte, die die Lebensbedingungen und Machtstrukturen in der Welt untersuchen.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und mit einer Einzelausstellung der Preisträgerin 2023 im Museum der Moderne Salzburg am Standort Rupertinum verbunden. Zusätzlich erscheint ein Katalog zur Ausstellung. Bisherige Preisträger_innen waren u. a. Friedl Kubelka, Seiichi Furuya, Peter Dressler, Margherita Spiluttini, Leo Kandl, Lisl Ponger und zuletzt Marina Faust.

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Abbildung: Foto © Scott Clifford Evans

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