Werbung

SpallArt Prize Gewinner 2021: Elliott Mickleburgh

Aus 138 Bewerber*innen wurde der in London lebende amerikanische Fotograf Elliott Mickleburgh zum Gewinner des SpallArt Prize Salzburg 2021 gekürt.

Begründung der Jury:
Vor allem hat die Jury Elliott Mickleburghs konzeptuelle Arbeitsweise überzeugt. Im Medium der Fotografie untersucht Mickleburgh gesellschaftliche Normen und hinterfragt Vorstellungen der Religiosität, die er mit queeren Bildmustern abgleicht.

Biblische Themen transferiert er in unsere heutige Zeit und hebt parallel dazu die konstruierte Künstlichkeit dieser Vorstellungen und der Studiofotografie hervor. Schnittmarken des Abzuges oder Farbbalken sind in die Komposition integriert, Angaben der Photoshop-Dateien fließen mit in den Titel ein und sind direkt auf dem Print positioniert. Es entsteht der Eindruck der Unfertigkeit, der aber durch die präzise und exakte Bildausführung konterkariert wird. Mickleburgh orientiert sich in der eingereichten Serie zur Erscheinung des Erzengels Gabriels am Stil der Magazinkultur, der Mode- oder Werbefotografie. Seine visuellen Recherchen haben dadurch etwas Plakatives, bei denen es sowohl um die Verheißungen der Warenwelt, als auch der Spiritualität unserer Zeit geht.

Mickleburgh hat im Sommer 2020 am Londoner Royal College of Art sein Postgraduiertenstudium bei Sarah Jones mit dem Thema Der Künstler als Frankenstein (The Artist as Frankenstein) abgeschlossen. In einer Performance plädierte er dafür, dass künstlerische Praxis integraler Bestandteil unserer Welt und Gesellschaft sein sollte. Ein wichtiges Statement in dieser krisenreichen Zeit.

Die Jury kam zu einem einstimmigen Urteil und ist überzeugt, dass Elliott Mickleburgh während seiner Residency und mit der gleichzeitigen Ausstellung einen interessanten und wichtigen Impuls im Programm des Salzburger Kunstvereins setzen wird und gratuliert ihm schon jetzt dazu.

Elliott Mickleburgh ist ein in London lebender Künstler und Autor. Jüngste Ausstellungen von Mickleburghs Arbeit umfassen With Fists, it Kicks, it Bites... bei TJ Boulting in London; Everything the Same, Everything a Little Different bei The Art Academy in London; und Rulers bei Coco Hunday in Tampa. Seine akademischen Arbeiten wurden in Print- und Online-Publikationen veröffentlicht, wie z.B. THE SEEN, Notes on Metamodernism und Art in Print veröffentlicht. Seine Belletristik wurde in der New New Yorker Zeitschrift Storyfile sowie zuletzt in dem Katalog Fall Into Place, der anlässlich der oben genannten Ausstellung bei TJ Boulting erschien. Er hat einen Bachelor of Fine Arts mit einem Nebenfach in Visual Critical Studies an der School of the Art Institute of Chicago und einen Master of Arts in Fotografie vom Royal College of Art in London.

Über Spallart
Die private Kunstsammlung SpallArt entstand aus Andra Spallart’s Begeisterung für die Möglichkeiten der Fotografie, unsere Wahrnehmungen zu hemmen, zu verwehren oder herauszufordern. Ende der 1980er Jahre erwarb sie ihre ersten zeitgenössischen Foto- und Videoarbeiten. Die Sammlung begann mit Schwerpunkt österreichische Fotografie und hat sich um eine europäische und internationale Ausrichtung erweitert. Seit 2011 ist die Sammlung in der Öffentlichkeit zunehmend durch diverse Buchprojekte und Ausstellungen präsent, z.B. zeigte Andra Spallart kuratierte Ausstellungen im Foto-Raum in Wien. Auch nach dem Umzug nach Salzburg erweitert sich die Sammlung stetig. Temporäre Pop-up Ausstellungen im dortigen Kunstlager zeigen und vermitteln unter dem Titel „Open Space“ regelmäßig Ausschnitte der fotografischen Themenbreite. Die gesamte Sammlung wird online präsentiert. www.sammlung-spallart.at

--
Abbildung: Portrait Elliott Mickleburgh, Foto © Sara Marinangeli

Ihre Meinung

Noch kein Posting in diesem Forum

Das artmagazine bietet allen LeserInnen die Möglichkeit, ihre Meinung zu Artikeln, Ausstellungen und Themen abzugeben. Das artmagazine übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der abgegebenen Meinungen, behält sich aber vor, Beiträge die gegen geltendes Recht verstoßen oder grob unsachlich oder moralisch bedenklich sind, nach eigenem Ermessen zu löschen.

© 2000 - 2021 artmagazine Kunst-Informationsgesellschaft m.b.H.

Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Gefördert durch: