Werbung
,

Support - Die Neue Galerie als Sammlung: Bis 29. August 2004

Dass eine Galerie nicht nur zeigt, was sie hat, sondern auch hat, was sie zeigt, darf sie ruhig einmal demonstrieren. Also führt die Neue Galerie in Graz vor, dass ihr Gründungsdirektor Skreiner ein Faible für österreichische Expression besaß, dass sich mit Ephemerem von "Pittura/Immedia" bis zur Sacher-Masoch-Nummer des Kulturhauptstadtjahres auch Bleibendes verband, dass man bisweilen klug am Kunstmarkt unterwegs war und einige Privatsammler kennt, die gezielt für das Haus kaufen. Das ergibt eine Kollektion, die man nicht zu verstecken braucht. Wie man es kennt von Peter Weibel und Christa Steinle, kommt das Präsentierte voll zur Geltung. Voll wie immer sind die Räume und zur Geltung gebracht durch Rubriken und Ressorts, denen man die Ressourcen zuteilt: Diverse Körperkunst füllt einen Raum, die strenge Conceptual Art desgleichen, dass die Steirer eine Moderne besaßen ebenso und im Spiegelsaal mit seinen virtuellen Effekten wird der Ausstieg aus dem Bild zelebriert. Das lohnt allemal den Nachvollzug. Die Luft ist lau und der Himmel blau, bis man der Laufzeit der Veranstaltung gewahr wird. Am sage und schreibe 29. August 2004 erst darf sie wieder schließen. Zwar soll die eine oder andere kleinere Schau, Günter Brus etwa, den man von der Albertina übernimmt, dazwischengeschoben werden, doch alles in allem sieht es so aus, als würde die Neue Galerie zurückverfügt werden in den Status eines Museums. Das neue Kunsthaus bläst sich mächtig auf und da kann die interne Konkurrenz nur schaden. Die immer schon seltsame Konstruktion des Johanneum, dem die Neue Galerie untersteht, firmiert jetzt als Ges.m.b.H. Da werden Spektakel verlangt und wenn man nicht weiß, wofür der Rest der Welt gut sein soll, klopft man ans gut Abgehangene. Von Hegel, dem Zeitgenossen des Prinzips Museum, stammt das schöne Diktum vom dreifachen Sinn des Wortes "aufheben". Gerade für Museen scheint es denn auch satteste Realität zu bezeichnen: Was sie machen, bewahrt; was sie machen, füllt an mit Wert; was sie machen, wird irgendwann hinfällig. Den "Support" zur Selbstaufhebung sollte sich die Neue Galerie schnellstens vom Hals schaffen.
Support - Die Neue Galerie als Sammlung
21.09.2003 - 29.08.2004

Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum
8010 Graz, Sackstrasse 16
Tel: +43 316 82 91 55, Fax: +43 316 81 54 01
Email: post@neuegalerie.stmk.gv.at
http://www.neuegalerie.at
Öffnungszeiten: Mo-Sa 9-18, So 9-12 h


Ihre Meinung

Noch kein Posting in diesem Forum

Das artmagazine bietet allen LeserInnen die Möglichkeit, ihre Meinung zu Artikeln, Ausstellungen und Themen abzugeben. Das artmagazine übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der abgegebenen Meinungen, behält sich aber vor, Beiträge die gegen geltendes Recht verstoßen oder grob unsachlich oder moralisch bedenklich sind, nach eigenem Ermessen zu löschen.

© 2000 - 2023 artmagazine Kunst-Informationsgesellschaft m.b.H.

Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Gefördert durch: