Kunsthalle Wien
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Lebt und arbeitet in Wien III
05.03.10 bis 30.05.10
32 aus 600
Im Vergleich zum vorigen Mal erscheint die aktuelle Ausgabe der alle fünf Jahre abgehaltenen Ausstellung „Lebt und arbeitet in Wien“ in der städtischen Kunsthalle (diesmal kuratiert von Xenia Kalpaktsoglou, Raphaela Platow, Angela Stief, Olga Sviblova) geradezu chaotisch: Strukturierte damals ein Gerüst des Architekturbüros propeller z den Raum, so übernehmen die Ausstellungsgestaltung diesmal ganz allein die Kunstwerke.
Auch in deren Auswahl unterscheidet sich der aktuelle Versuch einer „Standortbestimmung“ (Gerald Matt): Fanden sich 2005 vorwiegend schon damals recht etablierte KünstlerInnen (etwa Carola Dertnig, Dorit Margreiter, Muntean / Rosenblum, Constanze Ruhm), so punktet man diesmal eher mit Neuentdeckungen, die in etablierten Wiener Institutionen oder Galerien bis dato noch nicht präsent waren, etwa Maria Bussmann mit ihren bedrohlich surrealen Zeichnungen oder Stephen Mathewson mit seinem tragikomischen Comicstrip.
Weitere Sympathiepunkte sammelt man dadurch, dass man KünstlerInnen nicht nur unterschiedlichen Standings, sondern auch über die Generationen hinweg eingeladen hat: So stehen Rudolf Polanszky, Mara Mattuschka und Hubert Sielecki für eine Generation jenseits der fünfzig; andere wiederum, wie etwa Kathi Hofer oder Marianne Vlaschits, sind in den 1980er-Jahren geboren.
Wie jede Szene-Vermessung kann auch diese jedoch nicht wirklich aufgehen; nur allzu schwer lassen sich Schneisen schlagen in den doch recht breit aufgestellten Betrieb dieser im europäischen Vergleich relativ kleinen Millionenstadt – von 600 Einreichungen machten letztlich 32 das Rennen. Versponnenes (Tillmann Kaisers eigenartiges „Harmolodisches Gebirge“, Constantin Lusers grandiose Fineliner-Zeichnungen, Rudolf Polanszkys schräge Performance-Videos), Konstruktiv-analytisches (Manuel Knapps bühnenbildartige Installation, Luisa Kasalickys Baustoff-Setting), Expressives (Tomaks Brutalo-Malerei, Mara Mattuschkas wahnwitziger Film): Vieles hat hier Platz. Die Theorie-Politik-Sozialkritik-Fraktion dagegen ist nur in homöopathischen Dosen vertreten – fraglich, ob zu Recht. Wie man anderswo die Wiener Szene sieht, wird sich spätestens im Juli in der Secession zeigen. Wir sind gespannt.
Nina Schedlmayer
Hier noch eine Kritik von Julius Deutschbauer, der die Ausstellung nicht gesehen hat.
Kunsthalle Wien
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Fax: +43(0)/ 1/ 521 89-0
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Öffnungszeiten: täglich 10 - 19 Uhr