Art Cologne
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Art Cologne 44. Internationaler Kunstmarkt
21.04.10 bis 25.04.10
Mythos aus der Asche
Mit Eyjafjallajökull sei die Art Cologne zum Mythos geworden. Der das sagt, ist kein geringerer als Judy Lybke, der mit seiner Galerie Eigen+Art aus Leipzig/Berlin jahrelang zu den hartnäckigsten Blockierern von Köln gehörte. “Keiner war da, aber alle schwärmen von der Qualität und deshalb werden sie nächstes Jahr ganz sicher kommen”, begründet er seine steile These. Dabei sah es für Lybke zunächst gar nicht so gut aus: 144 der 160 internationalen Gäste, die sich für seine Petit Tour auf den Spuren Neo Rauchs von Leipzig nach München und Köln angesagt hatten, konnten wegen der Feinstaubpartikel doch nicht kommen. „Sehr familiär“ sei es bei Eigen+Art in der Leipziger Baumwollspinnerei zugegangen, erzählt Lybke. Aus Übersee seien lediglich drei Sammler angereist. Immerhin hätten die Horts auf der Messe eine neue Arbeit von Martin Eder für 60.000 Euro gekauft, und am für gewöhnlich öden Mittwochnachmittag ging ein Großformat von Neo Rauch an eine öffentliche private Sammlung in Europa für 600.000 Euro.
Überhaupt scheint die durchgängig gute Qualität die Aussteller und das aschebedingt noch stärker als sonst regionale Publikum von der runderneuerten Art Cologne zu überzeugen. „Besser als erwartet“ und umsatzstärker als 2009, sei die aktuelle Ausgabe, erzählt David Juda aus London im Zug nach Brüssel. Dort stellt er nämlich ebenfalls aus, und das nicht als Einziger. Denn die Terminverlegeung auf den traditionellen Termin der Art Brussels, hat der Kölner Messer mehr geschadet, als man dort wahrhaben wollte. Doch das Problem ist jetzt deutlich entschärft. Rheinländer und Belgier haben sich abgestimmt und ihre Laufzeiten für die nächsten Jahre etwas entzerrt. 2011 liegen ganze zwei Wochen zwischen den beiden Vernissagen.
Und auch die Hauptstädter haben sich mit Köln versöhnt. Nicht nur Lybke zieht es an die rheinischen Fleischtöpfe. Inzwischen so viele seiner Kollegen gekommen, dass die Art Cologne fast schon eine Berliner Messe ist. 46 Aussteller kommen aus der Hauptstadt, aus Köln selbst nur 36. Erst mit der Düsseldorfer Fraktion, die weitere 18 Teilnehmer stellt, wird das Rheinland zum dominanten Faktor. An der Internationalität muss gleichwohl noch gearbeitet werden. Nominell sind zwar Galerien aus 23 Ländern vertreten, doch gerade aus den USA und Großbritannien fehlt eine kritische Masse, um für den internationalen Wanderzirkus aus Sammlern, Kuratoren und Journalisten interessant zu sein.
Den vielfältigen Herausforderungen, denen sich Kunstmessen gegenüber sehen, sieht sich die Art Cologne gewachsen durch ihren behutsamen Konsolidierungskurs, der auf beständige gemäßigte Innovation setzt. Einer der wichtigsten Faktoren für nachhaltigen Erfolg dürfte jedoch in etwas bestehen, was der ältesten Kunstmessen lange gefehlt und ihr fast das Genick gebrochen hat: die Unterstützung aus dem Umfeld, seien es die Galerien vor Ort oder die eigene Messegesellschaft. Die seien bitter nötig und mittlerweile auch vorhanden, findet Klaus Gerrit Friese, Galerist aus Stuttgart und Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Editeure BVDG, wofür er die zärtlichen Worte findet: „ein bisschen Wille zum eigenen Objekt und dass man es auch gerne hat.“
Marietta Furbo
Art Cologne
Hallen 4 - 5, Messeplatz 1, 50679 Köln
Tel: +49-221 821 32 48
email: artcologne@koelnmesse.de
http://www.artcologne.de
Öffnungszeiten: täglich 12 - 20 Uhr