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Roberto Burle Marx - Tropische Moderne: Ökologie und Abstraktion

In Berlin kann man sich kaum des Eindrucks erwehren, dass Architektur wenig mehr ist als das Bedienen neoliberaler Spekulationsgelüste - um so interessanter die Ausstellung „Roberto Burle Marx – Tropische Moderne“ in der Berliner Deutsche Bank Kunsthalle.


Burle Marx gilt als Ahnherr einer „Grünen Architektur“ und hat in seinem Leben gut 2000 Gartenanlagen und Plätze gestaltet, am bekanntesten ist wohl seine Gestaltung der wellenförmigen Bepflasterung an Rio de Janeiros weltberühmten Copacabana-Strand. Das Entscheidende an seinen wegweisenden Gartenarchitekturen ist einerseits die harmonische Einbettung dieser Anlagen in die sie umgebende Landschaft, gleichsam in einen Dialog treten sie ein mit der Natur um sie herum. Zum anderen legte Burle Marx stets Wert darauf, dass die von ihm eingesetzten Pflanzen dezidiert keine sind, die importiert werden müssen, wie sonst all zu oft üblich, sondern solche, die ebenfalls mit der vorhandenen Natur, mit der heimischen Flora in Beziehung stehen. Resultate dieser ökologisch sinnvollen Entwürfe sind dann überzeugende Gestaltungen, die mit ihren abstrakten Formen und Flächen an die abstrakt-avantgardistische Malerei der Moderne anzuknüpfen vermögen – genau das macht diese Architekturen nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ästhetisch interessant.


Sinnvoll ist es daher, dass die Ausstellung auch rein künstlerische Arbeiten von Burle Marx präsentiert, Malereien und Zeichnungen vor allem. Dabei ging Burle Marx, der zunächst in den 1930er Jahren in Berlin Malerei studierte, den Weg von einer Gegenständlichkeit, die etwa an die Neue Sachlichkeit erinnert, hin zu eben der formalen Abstraktion, die dann auch für seine Gartenarchitekturen prägend wurde.


Im dritten Teil der klug zusammengestellten Ausstellung haben die Kuratoren Claudia J. Nahson und Jens Hoffmann dann künstlerische Arbeiten ausgewählt, die von Burle Marx inspiriert zu sein scheinen, z. B. Gemälde der brasilianischen Künstlerin Beatriz Milhazes, ein Soundpiece von Arto Lindsay, ein Video von Dominique Gonzalez-Foerster und kleinformatige Bilder von Nick Mauss. Auffallend aber ist hier das Fehlen des Berliner Künstlers Franz Ackermann. Seine Arbeiten auf Papier ähneln denen von Marx so sehr, dass man beinahe geneigt ist von Plagiat zu sprechen.

Roberto Burle Marx - Tropische Moderne
07.07 - 03.10.2017

Deutsche Bank KunstHalle
10117 Berlin, Unter den Linden 13/15
Tel: +49 30 20 20 93 0, Fax: +49 30 20 20 93 20
Email: db.kunsthalle@db.com
http://www.deutsche-bank-kunsthalle.de

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