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Anna Vasof erhält H13 Niederoesterreich Preis für Performance

Anna Vasof bewegt sich mit ihrer künstlerischen Arbeit im Dazwischen: Ihre Videokunst beschreibt sie als „expanded cinema“, ihre Performances sind auf Objekte bezogen, den performativen Akt wiederum verbindet sie mit Animation.


Zu der prämierten zentralen Arbeit „Anachronism“ meint Anna Vasof: „In den letzten Jahren sind wir mehr und mehr von anachronistischen Ideen umgeben, denen wir uns stellen müssen: Nationalismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Konservativismus, Theokratie […].“ Die Menschen werden zusehends intoleranter, während andererseits die Entwicklung der Technik voranschreitet. Technische Geräte werden „smarter“, aber die damit einhergehenden Hoffnungen auf eine offene Gesellschaft haben sich nicht realisiert. Die Performance „Anachronism“ beinhaltet die wörtlich genommene Bedeutung von „Ana-Chronismus“ – den Akt gegen das Voranschreiten der Zeit.


Am Abend der H13-Preisverleihung wird Anna Vasof die prämierte Performance zeigen sowie weitere damit in Verbindung stehende Arbeiten, die die Besucher_innen einbeziehen und aktivieren.


Jurybegründung
Der Begriff „Upgrade“ bezeichnet die Änderung eines Produkts auf eine höherwertige Konfiguration oder Version hin, während „Downgrade“ in die Gegenrichtung zielt, auf die Zurücknahme einer bereits durchgeführten Verbesserung. „I am living in a time where tools are getting upgraded and minds downgraded“, kommentiert Anna Vasof trocken. Mit ihrem unendlich reichen Kosmos an dysfunktionalen Maschinen Marke Eigenbau entzieht sich die Künstlerin einer vermeintlichen Sinnhaftigkeit und lässt die Glücksuche im Paradies brandneuer Technik-Gadgets ins Leere laufen. Die Jury schätzt die Prägnanz, mit der Anna Vasof einen erweiterten Performancebegriff mitprägt und die Medien als Mitspieler einzusetzen weiß. Zentrale gesellschaftliche Themen werden dabei in Form von kurzen, visuellen Videogedichten verhandelt und mittels beiläufiger Eingriffe humorvoll ins Bild gesetzt. Die Künstlerin arbeitet hart daran, mit eleganten anachronistischen Vorrichtungen Spielregeln einer digitalisierten Kommerz-Gesellschaft auszuhebeln.


Der H13 Niederoesterreich Preis für Performance
Die Vergabe des Preises soll zur größeren Sichtbarkeit der Performancekunst beitragen. Der Kunstraum Niederoesterreich verschafft damit einer künstlerischen Sparte mehr Öffentlichkeit, die für Künstler_innen eine besondere Herausforderung darstellt, da Performances sich nicht im üblichen Sinne ausstellen und vermarkten lassen. Der H13 ist mit € 4.000,- dotiert und der einzige in Österreich verliehene Preis für Performance.

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