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Werner Berg - Mensch und Landschaft: Werner Berg - eine Entdeckung von "Mensch und Landschaft"

Was veranlasst einen deutschen Künstler auf die entlegene Alm in das slowenisch dominierte Kärntner Grenzgebiet zu ziehen?
Werner Berg, 1904 in Elbersfeld geboren, erwarb den Rutarhof 1931, der fortan sein Lebens- und Schaffenszentrum wurde und immer eine offene Tür für Künstlerfreunde hatte.


Der Wunsch nach Freiheit und dem bäuerlichen Leben gepaart mit der Kunstwelt und der Teilnahme an internationalen Ausstellungen schien in den 1930er Jahren gut zu funktionieren. Werner Berg war Teil der europäischen Avantgarde. Herbert Böckl, Oskar Kokoschka und Emil Nolde zählten zu den frühen Künstlerfreunden. Die Ausstellungen in Deutschland und Österreich waren erfolgreich und vor Werner Berg lag eine große Zukunft. Das jähe Ende kam mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Die Werke wurden 1938 als entartet ausgestellt, ein Verkauf der Werke wurde unterbunden.


Nach dem Krieg sollte es wieder zu einem Aufschwung kommen - Werkspräsentationen in der Galerie Würthle in Wien 1949 und die Biennale-Teilnahme in Venedig 1950 waren wichtige Eckpfeiler. Ausstellungen in der Österreichischen Galerie (Belvedere) 1956 und im Münchner Lenbachhaus 1961 folgten. 2004 gab es Jubiläumsausstellungen im Belvedere und im Museum Moderner Kunst Stiftung Wörlen in Passau. Die letzte internationale Einzelausstellung fand 2013 in China (im National Art Museum of China in Peking und im Duolun Museum of Modern Art in Shanghai) statt.


1968 wurde die Werner Berg Galerie in Bleiburg eröffnet, die seit dem Tod des Künstlers 1981 als Stiftung geführt wird und Werke aus dem Oeuvre archiviert und zeigt. Wenn man heute mit Sammlern und Händlern über Werner Berg spricht, erfährt man vom mangelnden Interesse am Markt, vom kaum bekannten Oeuvre und den wenigen Förderern. Werke des Künstlers sind im Kunsthandel vor allem in Österreich immer wieder zu finden. In Auktionen sind die Arbeiten relativ rar. Durch Versteigerungen kamen knapp über 40 Ölarbeiten auf den Markt.


Werner Berg selbst malte in expressionistischer Farbflächenmanier, was ihn umgab - die Kopftuchfrauen an der Grenze zwischen deutschem und slawischem Sprachraum, die Natur mit ihren oft starken Schlagschatten, die wiederum an Edvard Munch erinnern (dessen Werk Edvard Munch während dem Fronteinsatz in Norwegen kennengelernt hat) und seinen geliebten Rutarhof. Aussagestark sind auch seine an Edvard Munch und die Brücke-Künstler erinnernden Holzschnitte. Oft, so weiß man, hat der Künstler die eigenhändig gefällten Bäume bis hin zum fertigen Druckstock akribisch bearbeitet. Die Kontraste in seinen Arbeiten waren Werner Berg wichtig.


Das Feuerwehrmuseum im steirischen Groß St. Florian hat den Schatz gehoben und zeigt in Kooperation mit dem Werner Berg Museum Bleiberg / Pliberk nun über 60 Leinwandarbeiten sowie zahlreiche Papierarbeiten in der Sommerausstellung „Werner Berg –  Mensch und Landschaft“ .


Und einen Sommertag sollte man wahrlich nutzen, um die Werke in der Steiermark und im Museum in Kärnten zu besuchen. Werner Berg gebührt viel mehr Aufmerksamkeit und kunsthistorische Beachtung. Wenn das von vielen erkannt wird, müssen wir zukünftig, um eine Ausstellung zu sehen in die Metropolen der Kunst reisen. Eben dorthin, wo auch Edvard Munch, Emil Nolde und die Brückekünstler gezeigt werden.

Werner Berg - Mensch und Landschaft
17.06 - 27.08.2017

Steirisches Feuerwehrmuseum
8522 Groß St. Florian, Marktstraße 1
http://www.feuerwehrmuseum.at
Öffnungszeiten: Di - So 10-17h

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