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Angelika Loderer ist erste Preisträgerin des Dagmar Chobot Skulpturenpreis

Dagmar Chobot kann auf eine 45-jährige, erfolgreiche Karriere als Galeristin zurückblicken. In ihrer 1971 gegründeten Galerie Chobot, die seit dem Jahr 1983 in der Domgasse 6, im ersten Wiener Gemeindebezirk, beheimatet ist, präsentierte sie konsequent immer wieder skulpturale Positionen. Zu ihrem 70. Geburtstag, den sie in diesem Jahr feiert, hat sie sich – und der heimischen Kunstszene – ein besonderes Geschenk gemacht. Um ihrer Begeisterung für skulpturaler und plastischer Kunst Ausdruck zu verleihen und um KünstlerInnen die in diesen Medien arbeiten nachhaltig zu unterstützen, hat die Galeristin den Dagmar Chobot Skulpturenpreis ins Leben gerufen, der mit einer Dotation von 10.000 Euro von nun an jährlich vergeben wird. Die nötigen Mittel werden durch eine von Dagmar Chobot eingerichtete Stiftung sichergestellt. Als Stiftung soll der Dagmar Chobot Skulpturenpreis auch posthum für weitere Generationen von BildhauerInnen eine öffentliche Anerkennung bedeuten. Um die organisatorische Abwicklung und die Fortschreibung des Stiftungszweckes zu sichern, wurde die Bildrecht von Dagmar Chobot als institutioneller Kooperationspartner für die Verleihung des nach ihr benannten Preises gewählt.

Der Preis ist als Nominierungspreis gestaltet. Acht Personen aus der Kunstszene nominieren jeweils zwei KünstlerInnen. Aus dieser Liste wird dann von einer Jury die Gewinnerin oder der Gewinner bestimmt.

Aus der ersten, recht heterogenen Liste konnte sich schließlich die 1984 geborene, in Wien lebende Künstlerin Angelika Loderer bei der Jury durchsetzen. Als Tochter des bekannten Kunstgießers Karl Loderer, hat Angelika Loderer eine bildhauerische Praxis entwickelt, die das Gießen, Schöpfen, Schichten und Pressen diverser Materialien in freie, abstrakte bis gegenstandlose Formen überträgt. Ausgehend von ihrer Beobachtung der Natur und der Freude am Material entstehen ihre Modelle aus Silikon und Gips, Negativformen, die mit Wachs ausgegossen, mit Gusskanälen versehen, schließlich im Ofen gebrannt und mit geschmolzener Bronze gefüllt werden. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch den spielerischen Umgang mit diversen Materialien aus und beschäftigen sich mit Fragen von Permanenz und Flüchtigkeit.

Das Ephemere in Loderers Arbeit verdeutlichte sich bereits in ihrer 2011 entstandenen Diplomarbeit Pinker Schnee, eine Installation, in der gepresster Sand auf Wäschestände, gefüllte Aquarien und eine Matratze stieß. Auch später entstandene Skulpturen aus Eiszapfen oder Gras, sowie Alu- und Bronzeabgüsse von verlassenen Maulwurfsgängen (Schüttlöcher, 2012) und Spechthöhlen (Untitled, Buntspecht, 2013) verfestigen das Vorübergehende sowohl in fragilen, als auch in massiven, traditionellen Materialien. Zu ihren Experimenten zählen auch Objekte aus gepresstem Quarzsand, die sie gelegentlich mit Fragmenten aus dem Bereich der abstrakten Malerei ergänzt (Untitled [With Dejan Dukic], 2014) und Materialcollagen, die gewöhnliche Dinge wie Plastik, Metall, Wasser oder Papier in eine skulpturale Form überführen (Waschmaschinenskulpturen, 2015).

Ob Angelika Loderer Sandobjekte baut oder Spechtbehausungen in Bronze gießt, ihre Arbeit pendelt dabei stets zwischen dem negativen und dem positiven Raum, zwischen dem Dauerhaften und dem Vorübergehenden. Für ihre diesjährige Ausstellung Animate im Salzburger Kunstverein hat Loderer Pilzgeflechte, jene mysteriösere, ambivalente Substanz, für ihr Experiment zur Skulptur und der empfindlichen Verletzbarkeit des Lebens gewählt. Die aktuelle Arbeit bezieht sich einerseits kritisch auf unsere kollektive Zukunft und eröffnet zugleich einen künstlerischen Ausdruck, der Freude am eigenen Forschen und Erkunden hat. Durch das stete Ausreizen klassischer Bildhauertechniken schafft Angelika Loderer Skulpturen, die mit der die Ernsthaftigkeit der Form brechen, mit der Ästhetik des Alltäglichen spielen und einen tiefen prozesshaften Charakter offenbaren.

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