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Art Bodensee: Kunst im Urlaubskontext

Ganz Österreich ist in Ferien- und Urlaubsstimmung und just in diesem Moment eröffnet die Art Bodensee. Ein Zuckerl zum Schulschluß in Westösterreich oder war die Intention, die Wochen vor der Festspielsaison noch mit dem Bewußtsein zur Bildenden Kunst zu füllen. Für die nicht Fußballbegeisterten eröffnete die Messe am 07. Juli mit der Preview. Die Konkurrenz zum Semifinalspiel war groß.
Dennoch lockten die 61 Aussteller aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz, Spanien und den USA Kunstinteressierte in die Vorarlberger Messestadt.
Neben den Galeristen, die durchwegs gute bis sehr gute Qualität und spannende Positionen an den Ständen präsentierten, waren auch viele Künstler - entspannt und gut gelaunt - in den Messehallen unterwegs. Viele lobten die angenehme und professionelle Messesituation.

Bernd Geserick aus Ulm kann lächeln. In seinem Galerieneubau für die BEGE Galerien in der Ulmer Altstadt wird Kunst in der Stadt am Oberlauf der Donau prächtigst präsentiert. In Dornbirn zieren prominente Namen die Künstlerliste. Ein für die Bodenseeregion spannender Künstler ist Thomas Röthel, wurden doch seine Stahlskulpturen auf der Insel Mainau gezeigt. In den Skulpturen kann man erahnen, wir virtuos der Künstler Hand angelegt hat und die Materie beherrschbar macht. Diese verliert die Schwere und wirkt beschwingt, die Säule erklimmt Höhen und scheint in ungeahnte Bahnen vorzustossen. Dem eigentlich seelenlosen Material wird Leben eingehaucht, es erscheint organisch.

Die Galerie Gans aus Wien hat eine schwere Ladung angekarrt. Lavagestein aus Sizilien wurde von Michael Kos vernäht. Drei sehr sinnliche, über das Material hinwegsehende Arbeiten, die als Skulpturen indoor oder outdoor ein neues Zuhaus suchen.

Eugen Lendl ist aus Graz angereist. Im Gepäck befanden sich noch zu entdeckende Werke von Gerhard Lojen, dem langjährigen Professor für Malerei an der Kunstgewerbeschule Graz oder auch - um einen zweiten Steirer zu nennen - Karl Karner, dessen Skulpturen sensibel mit dem Umraum verschmelzen.

Lisi Hämmerle läßt uns in Nostalgie schwelgen. Sie zeigte eine museale Arbeit aus der Gummiarabicum-Serie von Johanna Kandl, die 2015 im mittlerweile geschlossenen Essl -Museum im Rahmen einer Einzelausstellung für die Künstlerin gezeigt worden ist.

Ein wunderbarer Moment zum Schmunzeln – Alf Poier, der großartige Kabarettist und Alleskünstler, selbstbekennender Erfinder des Elektro-Dada empfiehlt sich über die "Hasensprache". Wenn Politik nur immer so einfach wäre! Die Wiener galerieGALERIE vertritt den Ausnahmekünstler seit seiner ersten Museumsausstellung im Bank Austria Kunstforum (2015).

Die Künstlerinnen und Künstler der Region sind mit der Galerie.Z, Galerie Feurstein, Lisi Hämmerle, c.art, Galerie am Hofsteig, Maximilian Hutz und Arthouse vertreten.

Im Foyer der beiden Messehallen laden die Kunstinstitutionen des länderübergreifenden Einzugsgebietes mit Informationsunterlagen. Wie man weiß, sind Ausstellungen in Museen und Kunstvereinen ja zumeist nicht unabhängig von Messepräsentationen zu sehen. Wer möchte nicht gerne ein Werk sein eigen nennen, wenn ein vergleichbares in einem großen Museum "auch" hängt. Und an der Art Bodensee kann man Kunst bereits ab einigen hunderten Euros erwerben - Kunst für Liebhaber eben. Die Grenze nach oben ist meist das eigene Sparguthaben.

In einer Sonderschau zeigte der Hohenemser Kunstraum Otten "Textile Kunst" kombiniert mit Werken von Jakob Gasteiger, Helmut Federle, Sean Scullly und Eduardo Chilida und knüpfte damit an die im Kunstraum gezeigte Ausstellung "Schönheit als Notwendigkeit" an.
Meiner Meinung nach wird es immer wichtiger, (bildende) Kunst im Kontext zu zeigen. Viele Käufer - und damit sind ja nicht notwendigerweise immer Sammler gemeint - brauchen ein ihnen bekanntes Umfeld, um sich Kunst in einem ihrem Wohnraum oder Arbeitsumfeld vergleicharen Raum überhaupt vorstellen zu können. Der Umgang und das Leben mit Kunstwerken ist keine Selbstverständlichkeit und benötigt zuweilen eine sensible Herangehensweise.
Nicht selten beginnt der Kunstkauf mit dem Werk einer jungen Künstlerin. Der gebürtigen Bregenzerin Katherina Olschbaur beispielsweise wurde im Rahmen des Förderprogrammes des Landes Vorarlberg als "featured artist" ein Auftritt an der Messe ermöglicht.

Im nächsten Jahr wird die Messe zum 17. Mal stattfinden und große Neuerungen präsentieren. Das nach den Plänen des Architekturbüros Marte.Marte im Bau stehende neue Messegelände wird die Art Bodensee beherbergen und mit vielen interssanten Positionen zum Besuch, Bestaunen und Kaufen einladen.

Art Bodensee
07 - 10.07.2016

Dornbirner Messe
6854 Dornbirn, Messeplatz 1
Tel: +43 (5572) 305-0, Fax: +43 (5572) 305-335
Email: service@messedornbirn.at
http://www.artbodensee.info

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