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Medienkunst-Preis der Stadt Wien an Sylvia Eckermann

Erstmals wird im Jahr 2014 der mit 5.000 Euro dotierte Medienkunst-Preis der Stadt Wien vergeben, der von der Kulturabteilung der Stadt Wien (Referat Neue Medien, Film) gestiftet wird. Der Medienkunst-Preis der Stadt Wien versteht sich als konkrete Maßnahme zur Sichtbarmachung und Förderung dieser Kunstgattung. Erste Preisträgerin des Preises ist die in Wien lebende Medienkünstlerin Sylvia Eckermann.

In Sylvia Eckermanns Arbeiten kulminieren langjährige formal-mediale künstlerische Auseinandersetzungen in kritischen Reflexionen zur Gegenwart. Sie zeigen Inszenierungen von Information in binären und physischen Umgebungen, die individuelle wie ökonomische Verstrickungen strukturieren. Seit Ende der 1980er beschäftigt sich Eckermann künstlerisch mit dem digitalen Raum, seiner Beschaffenheit und seinen Möglichkeiten. Zahlreiche Projekte dienten ihr dazu, diesen zu erforschen und konkret in nationalen und internationalen Ausstellungssituationen zu thematisieren. War es anfangs ausschließlich der virtuelle Raum (fluID - arena of identities, Kulturhauptstadt Graz, 2003, Ludwig Forum für internationale Kunst, Aachen, 2005/06, Expositur - a virtual knowledge space, KIASMA Museum of Contemporary Art, Helsinki, 2003, oder Im Neunten Himmel, Museum Stein, Kunstmeile Krems, permanente Installation von 2008-09, um nur einige Projekte zu nennen) verschob sich ihr Interesse immer mehr hin zur "Schnittstelle" zwischen dem realen und dem virtuellen Raum (Spiegelzellen, Ars Electronica, 2007, Linzer Landesgalerie, Linz, The Trend is your Friend!, MKL Kunsthaus Graz, 2009). In der Installation Naked Eye (Kunstraum Bernsteiner, Wien, 2010) wurde das Ephemere des (Projektions-) Lichts an das reale Objekt gebunden und das Dispositiv "Ausstellung" untersucht. Mit einem aus Tausenden Metern Nylondraht geknüpften Netz, das als Projektionsfläche und "expressives Sprachbild" dient, hat Eckermann in der Lichtinstallation Crystal Math (paraflows.7 - Reverse Engineering, festival for digital art and culture, weisses haus, Wien, 2012, und Kunstraum Innsbruck, 2013 ) die Ablösung der Finanzmärkte von menschlichen Akteuren hin zu Algorithmen ins Bild gesetzt. In der Ausstellung Probabilis (Kunstraum Bernsteiner, Wien AT 2013) zeigte Eckermann Skulpturen, die sie, abgeleitet vom Begriff "Freeze-Frame" als "Freeze Objects" bezeichnet. Diese Objekte stellten eine Auseinandersetzung mit den Begriffen Wahrscheinlichkeit und Kontingenz dar. Digital Monsters Don't Bleed, eine raumgreifende Installation aus 200 Metern Papierhülsen, Polymerverbindungen und Blattgold thematisierte die Deutungshoheit von Algorithmen in unserer (digitalen) Gegenwart und die damit einhergehenden Kontrollmechanismen. (kunstraum Bernsteiner 2014)

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