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Kultur klein geschrieben

Manfred M. Lang, 11.07.11

Unsere Regierung hat wieder einmal klausurt – ihr Output ist der „Fahrplan 2011 – 2013“.
Und siehe da – es werden auch 2 Kulturvorhaben fahrplanmäßig verabschiedet: 2011 die Eröffnung des 20er Hauses und 2013 die Eröffnung der Kunstkammer.
Jetzt weiß ich natürlich nicht, wie umfangreich so ein 3-jähriger Regierungsfahrplan ist, aber wenn er mehr als eine Seite umfasst, dann sind diese beiden Eröffnungen für eine angebliche Kulturnation eine Alibimickrigkeit.
Andererseits entspricht dies vielleicht auch nur der bescheidenen kulturellen Vorstellung unserer Regierungsvertreter. Kann ja sein, dass der geplante Ausbau der Radwege bereits als kulturelle Leistung gewertet wird. Aber immerhin – zumindest bleibt das Kunst- und Kulturbudget gleich. Das ist schon etwas. Wer weiß, wie das aussehen würde, wenn die FPÖ etwas mitzureden hätte.

Warnendes Beispiel gefällig?
Die FPÖ Kultursprecherin lechzt nach mehr Volksmusik im ORF. Und lechzen allein genügt ihr nicht, denn ihre Forderung nach mehr Volksmusik ist ja das „was aus dem Volk herauskommt“ (siehe auch unter „gesundes Volksempfinden“). Deshalb, verlangt die verwirrte FPÖ-Schreckensfrau angeblich, diese Volkseruption auch gleich per Gesetz abzusichern.

Jetzt hat einmal der Strache den Anspruch auf den Bundeskanzler gestellt.
Und wenn der darauf hört, was angeblich kulturell so „aus dem Volk herauskommt“, dann Gnade uns Gott oder wer auch immer. Sollte die Frau Kultursprecherin auch noch die nächste ORF-Generalin werden, dann meine Lieben – dann wird gestampft und geklatscht und gejodelt, dass uns Hören und Sehen vergeht. Da hilft auch bei uns nur mehr eine Kulturrevolution, die mit Zähnen und Klauen ausgefochten werden muss.

Im Lichte dieser Horrorvision lasst uns also demütig das Haupt neigen und dankbar sein, dass unsere MinisterInnen pro Jahr ein Kulturvorhaben fixiert haben, das wirklich wichtig ist. Danke. Danke. Danke.

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