Kunst und Kirche: Neo Rauch erhält den Preis der Stiftung Bibel und Kultur 2010
29.08.10
Offensichtlich zieht es berühmte Künstler irgendwann dann doch wieder in die Kirche. Weniger um zu beten, sondern um zu arbeiten. Nach Gerhard Richter im Kölner Dom und Markus Lüpertz, ebenfalls in Köln, hatte Neo Rauch 2007 drei Fenster mit Motiven aus dem Leben der Elisabeth von Thüringen für den Naumburger Dom entworfen.
Nun erhält er für diese Arbeit den mit 10.000 Euro dotierten Stiftungspreis der ökumenischen Stiftung Bibel und Kultur. "In vorgegebenen kleinen Formaten hat er große ku?nstlerische Gestaltung entfaltet, Legenden aus dem Leben der heiligen Elisabeth ins Zeitlose und Gegenwärtige gehoben", heißt es in der Begru?ndung der Stiftung Bibel und Kultur fu?r die Preisverleihung. Das Wirken Elisabeths in christlicher Demut werde atmosphärisch eingefangen durch das einfallende Licht in Rot und Weiß. Es verleihe dem Raum eine Empfindsamkeit kontemplativer Verinnerlichung, die der Heiligen gemäß sei. "Neo Rauch hat Elisabeth so ein wu?rdiges Denkmal gesetzt", betont die Stiftung. Seine Darstellung hebt besonders die soziale Dimension der Gestalt Elisabeths hervor.
Die Stiftung Bibel und Kultur wurde 1987 gegründet, um die Bedeutung der Bibel im Kultur- und Geistesleben zu stärken. Vorsitzender ist Präses i.R. Manfred Kock (Köln), ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Die Stiftung vergibt einen Stiftungspreis, einen Förderpreis, spricht Ehrungen aus und veranstaltet jährlich Schülerwettbewerbe in wechselnden deutschen Bundesländern. Die Stiftungspreise gingen 2005 an den Architekten Peter Kulka, 2006 an den Maler Gustav Kluge und 2007 an den New Yorker Komponisten John Zorn. 2008 wurde ein Förderpreis an die Hamburger Fotografin Bianca Hobusch vergeben. Der Hamburger Theatermacher Klaus Schumacher und das Schauspielvolk des Einsiedler Welttheaters teilten sich 2009 den Preis.
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