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1000 Austrians - Österreich in Bildern

Ana Berlin, 18.08.10

Ein Fotoprojekt von Florian Rainer

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile - der aristotelische Spruch könnte als Motto für das im Vorjahr initiierte Projekt des jungen Fotografen und Soziologen Florian Rainer, stehen. Das Ganze steht für das Porträt eines Landes, für die Spurensuche nach „Wer ist Österreich?“ und die Teile sind seine Bewohner, die Österreicher und in Österreich Lebenden und die Dörfer und Städte.

Weg vom Außergewöhnlichen, weg von der Ausnahme, hin zum Zufall, zur Stichprobe und zur demographischen Erhebung – der Soziologe mit der Kamera macht sich ans Werk und sucht nach den Unterschieden im Gleichen.

Zu Beginn wollte Florian Rainer einfach mehr über sein Land erfahren, nicht in die Ferne schweifen, sondern sich auf ein österreichisches Road-Movie begeben und in zwei längeren Etappen, mal im Sommer, mal im Winter bereiste er die Bundesländer und schließt seine Serie mit Wien in Bälde ab.
In Summe sollen es 1000 Bilder werden und die Anzahl der Fotos in einer Stadt und der Personen auf den Bildern orientiert sich wiederum an statistischen Daten wie Alter, Geschlecht und Einwohnerzahlen.
Entscheidend sind ebenfalls die Plätze, die Standorte an denen fotografiert wird. Meist im Stadtraum, selten in Wohngebieten postiert sich Rainer und porträtiert die erste Person, die die Straße überquert, bis zu einem bestimmten Punkt geht oder an ihm vorüberkommt. Erstaunlicherweise scheinen die wenigsten Leute damit ein Problem zu haben, sich für ein Fotoprojekt ablichten zu lassen. Ganz entgegen der oft besprochenen und angeblich grassierenden Google-maps-Paranoia.
Dargestellt sind die Protagonisten mit ein paar Metern Abstand, zentral im Bild, die Umgebung ist zu sehen und gibt so Aufschluss über die Region in der man sich gerade befindet. Unterschiedliches Setting, gleicher Rahmen.

Den Fortgang des Projektes beschreibt Florian Rainer auf seinem Blog und einer Facebook-Fanseite und zeigt eine Auswahl der entstanden Fotos, versehen mit seinen Kommentaren. Die sind mal trocken, meistens amüsant, urteilsfrei. Man merkt Rainers unbefangenen, offenen Umgang mit seinen Protagonisten und das Fotografie immer auch in Beziehung treten und Austausch bedeutet. 1000 Fotos, an 1000 unterschiedlichen Orten geschossen, mit 1000 Individuen - beim Durchklicken der Bilder lässt sich der Aufwand, die Reise erahnen.

In Summe wirkt vieles vertraut, bekannt, seriell, irgendwie immer wieder ähnlich. Einiges lässt sich aus den Bildern „herauslesen“ und steht für viele individuelle Geschichten, verdichtet zu einer Momentaufnahme namens „Österreich“.

Die weitere Präsentation von „1000 Austrians“ ist noch offen. Florian Rainer denkt an ein Buch, eine Ausstellung wäre wünschenswert, einen Vorgeschmack gibt’s hier:

www.florianrainer.com

www.facebook.com/1000-Austrians

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