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CONT3XT.NET - Am Puls der Zeit.

Ursula Hentschläger, 06.04.10

CONT3XT.NET zählt zu den aktiven österreichischen Medienkunstprotagonisten. Die als Kollektiv arbeitende Gruppe besteht aus Sabine Hochrieser, Michael Kargl (aka carlos katastrofsky), Birgit Rinagl und Franz Thalmair. Gemeinsam agieren sie theoretisch, kuratorisch und künstlerisch seit 2006 an der Schnittstelle von Netz- und Kunstwelt. CONT3XT.NET kontextualisiert, versucht Ordnungen, bietet Inhalte. In den Projekten geht es um Überschneidungen, Grenzüberschreitungen und Fokussierungen in (sprachbasierten) künstlerischen Positionen. Das erklärte Ziel liegt in der Schaffung neuer Bedeutungszusammenhänge.

In der Auseinandersetzung mit dem realen Raum steht die Vermittlung medialer Kunst in traditionellen Ausstellungszusammenhängen im Vordergrund. Medienkunst soll so aus der Enge hermetischer Festivals für die allgemeinere Kunstwelt erfahrbar werden. Dazu ist auf allen Ebenen kontinuierliche Übersetzungsarbeit erforderlich, die auch programmatisch geleistet wird. Im virtuellen Raum gilt der Nutzung elektronischer Netzwerke durch spezifische Eigenprojekte zentrales Interesse und so konnte sich die Gruppe international vor allem mit ihren Projekten im Internet durchsetzen.

Die "TAGallery - Meta/Collections of Meta/Data (2007-2010) versammelt beinahe 800 Links zu internetbasierter Kunst, die mit Hilfe der Internetkunstcommunity zusammengetragen, verschlagwortet und zu thematischen Online-Kunstangeboten gebündelt wurden. Die grundlegende Fragestellung spiegelt unsere Zeit: "Was geschieht, wenn der Link zum Repräsentanten der Arbeit, des Kontexts und der Ausstellung wird?" Mit einer ähnlichen Idee begann die Gruppe vor kurzem ihr neues Online-Projekt "Language to be looked at and / or things to be read", in dem junge mit etablierten Positionen durchmischt werden. So entstehen umfangreiche "Kunstsammlungen" im Internet, die aus ungefilterten Informationsmassen komplexe inhaltliche Angebote generieren.

Das Besondere an den Arbeiten der Gruppe sind die zeitgemäßen Fragestellungen. So verwundert es nicht weiter, dass sie just zu dem Zeitpunkt, an dem die Diskussionen rund um Helene Hegemann heißgelaufen sind, die Einladung für ihre Ausstellung "Quasi dasselbe...? Diskurse mit poetischer Funktion" verteilen. Die darin behandelten Themen betreffen Remakes, Reproduktionen, Imitationen und unautorisierte Fakes; die künstlerischen Positionen reichen von Lisa Rastl über Maria Anwander bis hin zu carlos katastrofsky, der der Künstler der Gruppe ist (Kunstpavillon der Tiroler Künstlerschaft, bis 8.5.2010). Mit "Übersetzung ist eine Form" wird die Arbeit im Kunstraum Niederösterreich mit Sprachkunstprojekten fortgesetzt (9.4.- 29.5.2010).

Netzbasierter Kunst gilt dabei - nicht zuletzt wegen deren spröder Natur und dem Umstand, dass sie auch zu Hause am eigenen Monitor erlebt werden kann - besonderes Interesse. Darüber hinaus verwehrt sich die Netzkunst bislang traditionellen Verwertungszusammenhängen und die Frage taucht auf, wie sie dennoch in traditionellen Ausstellungen zugänglich werden kann. So zeigt Jörg Piringer eine Arbeit, die aus Textinhalten externer Websites visuelle Poesie generiert. Annja Krautgasser, Veronika Schubert, Arend deGruyter, Aylor Brown u.a.m. zählen zu den eingeladenen Kunstschaffenden. Michael Kargl stellt wiederum die künstlerische Position der Gruppe zur Diskussion. 2010 wird im Kunstverein Medienturm Graz noch die Ausstellung "O.T. Der/die AutorIn tituliert Texte durch eine versuchsweise Kunst" gezeigt werden.

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