Nur wenige Kunstinseln
Julia Wallnöfer, 20.02.10
Bereits bei der ersten ART Innsbruck lästerte man über die mangelnde Qualität der angebotenen Werke. Nun wurde die 14. Auflage der Kunstmesse eröffnet. Während sich die Menschenmassen bei Wein und belegten Brötchen durch die Ausstellungskojen drängen, wird dem erstaunten Kritiker klar: das Niveau sinkt weiter von Jahr zu Jahr. Längst haben viele namhafte Galeristen der Messe den Rücken gekehrt, während wenige hartnäckig dem allerorts anzutreffenden Kitsch Marke Volkshochschule trotzen.
So die Galerie Rhomberg aus Innsbruck. Eine Entspannung für die Augen sind etwa die geradlinigen Schwarzweiß- Arbeiten von Norbert Pümpel oder die schlichten Kuba-Fotos von Paul Albert Leitner. Galerist Clemens Rhomberg ist selbst Sammler und hat auch dieses Jahr wieder eine sehenswerte, kleine Sonderschau mit Werken seiner hochkarätigen Druckgrafik von Le Corbusier bis Arnulf Rainer zusammengestellt. Besonders selten zu sehen: Dalis letzte grafische Werke von 1973-77, phantasievolle Überarbeitungen der "Cappriccios" von Goya. "Einer muss ja für Qualität sorgen", so die einhellige Antwort der Galeristen, die für die wenigen Kunstinseln im Provinzmeer sorgen.
Interessante Arbeiten von Kiki Kogelnik und Nam June Paik erfreuen bei Kunsthandel Stock. Ein sicherer Hafen ist der gemeinsame Stand der Galerien Parade aus Amsterdam und Klimczak aus Viersen. Hier gibt es günstige Grafik von Sol Lewitt, Alex Katz oder Tom Wesselmann für Einsteiger, Roy Lichtensteins kleines 3D-Folien Aquarium und Andy Warhols "Volkswagen" für Sammler. Einen Glanzpunkt der Messe liefert die Galleria Cinquantasei aus Bologna. Zum ersten Mal dabei, hat sie eine spannende, colorierte Zeichnung von Modigliani um € 260.000,- im Gepäck. Das ist das Groteske an der ART Innsbruck. Am anderen Ende der Halle will AVE Art aus Bulgarien ein Hasenstilleben wie aus einem Sommermalkurs um immerhin € 500,- verkaufen, während schräg gegenüber bei Hartl aus Wien super Drucke von Alfred Hrdlicka um € 660,- zu haben sind. So gesehen, echte Schnäppchen.

6020 Innsbruck, Messehallen 4+5, Gutenbergstraße 3
Tel: +43 512 56 71 01
http://www.art-innsbruck.at
Öffnungszeiten: Fr-Sa 11-20 Uhr, So 11-18 Uhr

ART Innsbruck
Art Innsbruck 2010
19.02.2010 bis 22.02.2010




