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Andrea Mayer ist die neue Staatssekretärin für Kunst und Kultur

Dass es innerhalb der Grünen schwierig bis unmöglich sein wird, die Position der zurückgetretenen Ulrike Lunacek nachzubesetzen war abzusehen. Dass es Vizekanzler Werner Kogler gelungen ist, Andrea Mayer zu überzeugen, als Staatssekretärin in diesen schwierigen Zeiten zu übernehmen, war wohl auch das Verdienst von Bundespräsident Alexander van der Bellen, dessen Kabinettsdirektorin Mayer seit 2017 war.

Sie zählt zu den bestinformierten und bestvernetzten Personen des heimischen Kulturbetriebs, war Mitarbeiterin von Kunstminister Rudolf Scholten. Anschließend war sie im Wissenschaftsministerium für Innovation und Forschungsfragen zuständig. 2007 erfolgte ihre Bestellung zur Chefin der Kunstsektion im damaligen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, welche seit März 2014 im Bundeskanzleramt ressortiert. Sie fungierte auch als Mitglied in unterschiedlichen Aufsichtsgremien, wie etwa bei den Salzburger Festspielen und im Wiener Konzerthaus.

Andrea Mayers Expertise ist unumstritten und es gäbe aktuell wenige Persönlichkeiten mit ähnlicher Qualifikation. Was nun auf sie zukommt ist Mayer auch bewusst und schon in ihrer ersten Stellungnahme ist ein deutlicher Unterschied zu Ulrike Lunacek zu bemerken. Andrea Mayer kennt die Probleme der Künstler*innen und Veranstalter*innen aus der Perspektive der Kunstsektion, der wichtigsten Kulturförderinstitution des Bundes. Dass ihr Vertreter*innen der Kulturszene vorab Rosen streuen, könnte helfen, den nötigen politischen Druck auf Finanzminister und Bundeskanzler auszuüben, um speziell den freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern ein würdevolles finanzielles Überbrücken der aktuellen Krise zu ermöglichen. Vizekanzler Werner Kogler sollte jetzt klar geworden sein, dass hemdsärmelig formulierte Ansagen im Kulturbereich ganz schlecht ankommen, jedenfalls in Zeiten der Krise. So ganz war das bei der Präsentation der neuen Kulturstaatssekretärin noch nicht spürbar, dafür konnte Andrea Mayer gleich bei ihrem ersten Auftritt mit klaren Aussagen punkten.

Was aus ihren Worten deutlich wurde, ist die Dringlichkeit, mit der jetzt die Probleme gelöst und nicht nur vage „auf den Weg gebracht“ werden müssen. Und es wurde die Wertschätzung deutlich, mit der Mayer den Kunst- und Kulturschaffenden gegenübertritt indem sie vom politischen Wollen zur gesellschaftlichen Notwendigkeit wechselt und allen ihren Forderungen ein klares „MUSS“ voranstellt. Dass jetzt alles wirklich schnell und unbürokratisch funktioniert, ist ohnehin Voraussetzung für eine Hilfe die wirklich ankommt.

Jetzt muss nur noch Vizekanzler Werner Kogler für die nötige Unterstützung im Ministerrat sorgen, dann kann die neue Staatssekretärin nach ihrer Angelobung am Mittwoch den 20. Mai dafür sorgen, dass die Kulturszene die Krise ohne große Nachwirkungen übersteht.

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Abbildung: Andrea Mayer bei ihrer Präsentation durch Vizekanzler Werner Kogler. Foto: BMOEKS / Facebook

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