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Die Jahresstipendien des Landes Salzburg

Die Salbzurger Landesregierung hat im April die Jahresstipendien für Bildende Kunst, Fotografie und Film vergeben.

Katharina Kapsamer erhält das mit 10.000 Euro dotierte Jahresstipendium für Bildende Kunst 2019.

Die Jury sieht in der Vielschichtigkeit der Arbeiten von Katharina Kapsamer großes Potenzial in Bezug auf ihre Entwicklung: Ungestüm macht sie sich viele Genres zunutze, sei es zarte Malerei, lichtspielerische Fotografie oder raumgreifende Bildhauerei wie ihre ,City of Clay‘, ein partizipatives und konzeptorientiertes Projekt zur Eröffnung des Architekturhauses Salzburg. Diese Vielschichtigkeit lässt auf Mut und Freude beim Anpacken von immer wieder Neuem schließen. Ihre auch offenkundige Lust – oder sollte man von einem Bedürfnis sprechen? – im öffentlichen Raum konstruktive Unruhe zu stiften sowie die Formulierung eines konkreten Vorhabens für 2019/20 bestärkten die Jury in der Vergabe des Stipendiums.

Katharina Kapsamer wurde 1987 in Wels geboren. Sie studierte Bildhauerei und Grafik an der Universität Mozarteum Salzburg, Bildende Kunst am Institut Supérieur des Beaux-Arts de Besançon (Frankreich) sowie Englisch und Amerikanistik am Agnes Scott College (USA) und der Universität Salzburg, wo sie 2012 ihr Diplom abschloss. Ihre Arbeiten waren bereits bei zahlreichen Festivals und Ausstellungen in Österreich, Deutschland, Frankreich, USA und Kanada vertreten.

Das mit 10.000 Euro dotierte Jahresstipendium für Fotografie geht an Kay Walkowiak.

Mit Ernsthaftigkeit und Präzision bereichert Kay Walkowiak den mitunter kuriosen Kunstbetrieb, so die Begründung der Jury. Und doch verschließt er sich nicht einer spielerischen Ironie. So gelingt ihm – außerdem sichtlich beeinflusst von Marcel Duchamp – eine erfrischende Fortschreibung dessen, was kunstgeschichtlich als „Konzeptkunst“ bezeichnet wird. Die Fotografie ist sein wichtigstes, aber nicht sein alleiniges Medium. Diese vielfältige Kompetenz sowie sein Interesse für kulturelle und spirituelle Ausformungen in Asien bereichern seine fotografische Tätigkeit. Dass sich Walkowiak vorgenommen hat, in seinem nächsten Arbeitsvorhaben die Frage nach der Funktion von Kunst in der heutigen Zeit zu thematisieren, hat die Jury zusätzlich in ihrer Entscheidung für diesen Künstler bestärkt.

Kay Walkowiak wurde 1980 in Salzburg geboren und arbeitet als Bildhauer, Fotograf und Videokünstler. Er studierte Fotografie und Videokunst bei Eva Schlegel an der Akademie der Bildenden Künste Wien, Bildhauerei und Multimedia bei Erwin Wurm und Kunst beziehungsweise Kommunikative Praxis bei Werner Feiersinger, Tanja Widmann und Michael Kienzer an der Universität für angewandte Kunst in Wien sowie Expanded Expression an der Tokyo Zokei University in Japan. Arbeiten von ihm waren bereits in zahlreichen Ausstellungen in Österreich, Deutschland, der Slowakei, Taiwan, Japan und Kanada zu sehen.

Nachdem sie Anfang April bereits den Birgit Jürgenssen-Preis erhalten hatte, wurde Isabella Brunäcker nun auch das Jahresstipendium für Film in der Höhe von 10.000 Euro zugesprochen.

Die Jury schreibt in ihrer Begründung: „Mit ihrem ersten Langspielfilm steht Isabella Brunäcker an der Schwelle ihres künstlerischen Schaffens. Die Zuerkennung des Stipendiums soll ihr Zeit für die Entwicklung des Drehbuchs und die darauffolgende Projektvorbereitung geben“, so die Jurymitglieder Magdalena Miedl, Tommy Schneider und Adrian Goiginger und weiter: „Brunäcker zeigt mit ihren bisherigen Kurzfilmen Empathie für Lebensrealitäten. Ihr Dokumentarfilm ,Portrait eines Freundes‘ berührt durch den empfindsamen Zugang zu einer suchtkranken Person ohne zu verklären oder zu urteilen. Mit ihrem fiktiven Kurzfilm ,A Place Called Home‘ demonstriert sie ihr Gespür für Bildästhetik. Die Verwendung von analogem Filmmaterial lässt auf einen reflektierten Umgang mit dem Medium schließen. Ihr geplanter Spielfilm ,Broken‘ ist ein gut ausgewähltes Debutprojekt, das realistisch umsetzbar ist und von der Jury mit Spannung erwartet wird.“

Isabella Brunäcker ist 1984 in Altenmarkt im Pongau geboren. Nach der Schule lebte und arbeitete sie in London. 2011 kehrte sie nach Österreich zurück, um ihre ersten Filmprojekte zu realisieren. Sie studierte Englische und Amerikanische Literatur in Salzburg sowie Film an der Schule Friedl Kubelka für unabhängigen Film in Wien. Zurzeit absolviert sie eine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste im Fachbereich Video und Videoinstallation bei Dorit Margreiter. Sie arbeitet bevorzugt mit analogem Material und zeigt ihre Filme, die sich zwischen narrativem und experimentellem Kino bewegen, bei Festivals wie etwa der Diagonale, dem Crossing Europe Film Festival, Cinema next oder dem Indie Doc Film Festival in Toronto. 2019 erhielt sie den Birgit Jürgenssen Preis. Derzeit entsteht ihr erster Langspielfilm.

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Abbildung: v.l.n.r. Katharina Kapsamer, Foto: Gollackner / Kay Walkowiak. Foto: Barbara Probst / Isabella Brunäcker, Foto: Hannah Schwaiger

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