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Palastrevolution in Basel!

René Kamm, Vorstandsvorsitzender MCH Group ist "zurückgetreten", "in gegenseitigem Einvernehmen" mit dem Aufsichtsrat, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Hintergrund ist der Rückzug der Swatch-Gruppe von der Baselworld. Die größte Uhrenmesse der Welt ist seit langem in der Krise und hatte in den letzten drei Jahren einen dramatischen Ausstellerschwund zu verzeichnen. Mit Swatch soll die Messe jetzt weitere 50 Millionen Franken Umsatz verlieren. Die Lage ist so dramatisch, dass im zweiten Teil der Meldung indirekt die Frage nach der Zukunft der Veranstaltung gestellt wird. Die ehemalige Cash Cow wird in dem Text auch nur noch an zweiter Stelle nach der Art Basel genannt. Das dürfte den Druck auf die Kunstmesse noch weiter erhöhen. Man darf gespannt sein, ob die Messegesellschaft sich weiter so unbeeindruckt von den Bedürfnissen und Möglichkeiten ihrer Aussteller zeigt und ihre ausschließliche Fixierung auf Profitmaximierung in den bestehenden Strukturen weiterverfolgt. Die zumeist erstaunlich sachlichen Kommentare unter einem Bericht beim schweizerischen Nachrichtenportal 20 Minuten legen nahe, dass Kamm und die Baselworld an genau dem Verhalten gescheitert sind, dass auch viele Galeristen und Sammler der Messe vorhalten. Das beginnt beim Ersatz lokaler Caterer durch Systemgastronomie, der Besuchersteuerung über teils willkürliche erscheinende VIP-Kategorisierung und manifestiert sich bei ruinösen Standpreisen für kleinere Galerien, die zwar essentiell sind für das gesamte Ökosystem Kunst, bei der marktradikalen Durchökonomisierung des Betriebs aber ihre Lebensgrundlage verlieren.

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