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Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim 2018 für Sylvie Fleury, Thomas Hirschhorn und Luigi Snozzi

Zum achtzehnten Mal zeichnet das Schweizer Bundesamt für Kultur (BAK) mit dem Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim 2018 herausragende Schweizer Kulturschaffende aus: die Künstlerin Sylvie Fleury, den Künstler Thomas Hirschhorn sowie den Architekten Luigi Snozzi. Sie werden am 11. Juni 2018 zusammen mit den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern der Schweizer Kunstpreise in Basel geehrt.


Statements der Jury Der Drift zwischen Sein und Schein prägt das Werk der diesjährigen Prix Meret Oppenheim Preisträgerin Sylvie Fleury. Mit der Geste der Appropriation transferiert sie die Welt des Konsums auf den Laufsteg der Kunst und vice versa und öffnet das Imaginäre der Scheinbilder der Selbstinszenierung des Daseins. Das verbale «je» verwebt sie mit dem bildlichen «moi». So kommt es, dass sich die Installationen, Wandbilder, Videos oder Zeichnungen von Sylvie Fleury als Abbild von Vorstellungen in die symbolische Realität gesellschaftlicher Übereinkunft einfügen. (Laura Arici)


Mit der Verleihung des Prix Meret Oppenheim an Thomas Hirschhorn würdigt die EKK seine extrem kohärente künstlerische Herangehensweise, die darauf basiert, die demokratischen Werte der Gesellschaft zu verteidigen. Angefangen bei seinen ersten Collagen bis hin zu seinen flüchtigen Monumenten, über seine raumgreifenden Installationen und den Konferenzen, die er weltweit veranstaltet: In all dem hat Thomas Hirschhorn eine formelle Sprache entwickelt, die einzigartig ist, und die sowohl das aktuelle Weltgeschehen als auch sein persönliches Erleben widerspiegelt. Die unterschiedlichen Ausdrucksformen zeugen vom tiefgreifenden Engagement des Künstlers, der seine Kunst wie Kampfsport ausübt. (Julie Enckell Julliard)


Mit der Verleihung des Prix Meret Oppenheim an Luigi Snozzi ehrt die EKK einen Architekten, der sich gleichermaßen als Erbauer, Professor und Bürger einsetzt. Er ist Wegbereiter einer «Tendenz», die sich der Lektüre des Ortes widmet. Seine Bauwerke sind Sinnbild einer Architektur, die sich nicht unterordnet, sondern ihre Wirkung vielmehr durch positive Konfrontation entfaltet, um so einen neuen Ort zu erschaffen. Als maßgeblicher Befürworter einer Architektur, die die Stadt charakterisiert – dieses Gemeinschaftsgebilde par excellence – zeugen seine zahlreichen Projekte von unübertroffener Klarheit und Synthese: Sie sind Symbol einer fruchtbaren Beziehung zwischen Architektur und ihrem Kontext. Mit seinem stets kritischen Blick auf die Bedingungen und die Grenzen des Berufs hat er mehrere Generationen von Architekturstudierenden beeinflusst und deren Verantwortungsbewusstsein geweckt – Luigi Snozzi ist der Inbegriff eines Architekten, der politische, kulturelle und menschliche Werte verkörpert. (Victoria Easton)


Publikation Anlässlich der Preisverleihung am 11. Juni 2018 gibt das Bundesamt für Kultur die Publikation Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim 2018 heraus, in der die Preisträgerin und die Preisträger portraitiert werden und mittels Interviews einen tieferen Einblick in ihr jeweiliges Werk geben. Die Interviews führten Samuel Gross (Kurator*, Istituto Svizzero, Rom) mit Sylvie Fleury, Yasmil Raymond (Kurator**, Museum of Modern Art, New York) mit Thomas Hirschhorn und Stefano Moor (Architekt, Lugano) mit Luigi Snozzi. 198 Seiten, ISBN 9783952270134; Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch; Redaktion: Manuela Schlumpf; Grafische Gestaltung: Vela Arbutina, Zürich. Die Publikation ist kostenfrei in der Ausstellung erhältlich oder kann unter swissart@bak.admin.ch bestellt werden.


Sylvie Fleury (geboren 1961 in Genf, lebt in Genf) Sylvie Fleury ist bekannt für ihre Inszenierungen von Glamour, Mode und Luxusprodukten. Im Sinne von Duchamps Readymades und Andy Warhols Pop Art werden Marken und Labels von ihr überhöht und so zu einem subtilen Kommentar zu Kommerz und der Warenwelt. Seit den 1990er Jahren hat sie damit eine einzigartige Position besetzt und auch eine feministische Rolle geprägt, die über die Landesgrenzen geschätzt wird. Fleury hat an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen, darunter Einzelausstellungen in der Villa Stuck, München (2016), Bass Museum of Art, Miami, Florida (2015), CAC / Centre de Arte Contemporaneo, Malaga, (2011), MAMCO-Musée d‘Art Comtemporain de Genève (2008), Schinkel Pavillon, Berlin (2007), Le Magasin, Centre National d‘Art Centemporain, Grenoble (2001), ZKM, Museum für Neue Kunst, Karlsruhe (2001) und Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich (1998). Sie ist Preisträgerin des renommierten „Prix de la Société des Arts de Genève“ (2015). 2004 gründete Fleury mit John und Stéphane Armleder das Genfer Plattenlabel Villa Magica Records.


Thomas Hirschhorn (geboren 1957 in Bern, lebt in Paris) Thomas Hirschhorn ist ein Installationskünstler, der mit seinen Arbeiten gesellschaftspolitische Themen behandelt. Für seine monumentalen Raumcollagen, die er an ein nichtexklusives Publikum richtet, verwendet er alltägliche Materialien wie Klebeband, Karton und Alufolie. Mit seinen Inszenierungen und performativen Elementen hat er eine eigene Sprache entwickelt, in der er die Welten von Politik, Gesellschaft und Kommerz aufeinanderprallen lässt (was ihn zu seiner aktuellen Praxis der sogenannten Präsenzund Produktionsprojekte geführt hat). Hirschhorn studierte von 1978 bis 1983 an der Schule für Gestaltung und Kunst in Zürich. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, darunter die Biennale in Venedig (1999, 2015), die Documenta 11 (2002), „Swiss Swiss Democracy“ im Centre culturel suisse (CCS) Paris (2004), die 27. Sao Paolo Biennale (2006), der Schweizer Pavillon auf der Biennale in Venedig (2011), La Triennale im Palais de Tokyo, Paris (2012), 9. Shanghai Biennale (2012), “Gramsci Monument“ in der Bronx, New York, (2013) Manifesta 10 in Sankt Petersburg (2014), South London Galerie (2015). Thomas Hirschhorn erhielt u. a. den „Preis für Junge Schweizer Kunst“ (1999), „Prix Marcel Duchamp“ (2000), „Roland Preis für Kunst im öffentlichen Raum“ (2003), „Joseph Beuys- Preis“ (2004) und den Kurt Schwitters-Preis (2011). Am 15. Juni 2018 startet sein sogenanntes Präsenz- und Produktionsprojekt „Robert- Walser Sculpture“ zur 13. Ausgabe der Schweizerischen Plastikausstellung in Biel/Bienne.


Luigi Snozzi (geboren 1932 in Mendrisio, lebt in Locarno) Luigi Snozzi ist Architekt und emeritierter Professor für Architektur. Mit seiner charakteristischen Sichtbetonarchitektur und den städteplanerischen Eingriffen gilt er als führender Vertreter und Theoretiker der Tessiner Schule und war 1975 Teil der Ausstellung «Tendenzen – Neuere Architektur im Tessin» an der ETH Zürich, die erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde und die folgende Generationen von Architekten beeinflusste. Vor genau 40 Jahren begann Snozzi seine lange Auseinandersetzung mit dem Ort Monte Carasso. Dieses Projekt gilt noch heute als Referenz für eine fruchtbare Interaktion zwischen Architektur und Stadtplanung. Nach seinem Studium und Diplom an der ETH in Zürich (1952–1957) eröffnete Snozzi 1958 in Locarno sein eigenes Architekturbüro. Von 1962 bis 1971 arbeitete er mit Livio Vacchini zusammen. In Zürich unterhielt er von 1975 bis 1988 mit Bruno Jenni ein weiteres Büro, bis er 1988 mit seinem Zweitbüro nach Lausanne umzog. Seine akademische Tätigkeit begann er 1973 als Gastdozent für architektonisches Entwerfen an der ETH Zürich, wo er bis 1975 unterrichtete und 2008 Dr. h.c. wurde. 1985 erhielt er eine ordentliche Professur an der EPFL (École Polytechnique Fédérale) in Lausanne, wo er bis zu seiner Emeritierung in 1997 lehrte. Aktuell unterrichtet Snozzi an der Universität Sassari in Alghero, Sardinien.


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Abbildung: V.l.n.r. Sylvie Fleury (Foto:Annik Wetter), Thomas Hirschhorn (Foto:Alexander Bikbov), Luigi Snozzi (Foto: Stefania Beretta)

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