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Wolfgang Tillmans erhält den Kaiserring Goslar 2018

In ihrer Begründung schreibt die Kaiserring-Jury (Auszug): „Wolfgang Tillmans hat bisher bereits ein dichtes, vielschichtiges Lebenswerk geschaffen, das international intensiv rezipiert worden ist. Angetrieben wurde er dabei von den großen Fragen: nach der Wahrheit (auch nach der des Bildes), nach Erkenntnisgewinn, nach der Wahrnehmung der Gestirne, nach der Dokumentation der Fülle und Flüchtigkeit des unmittelbaren Lebens, nach Schönheit, nach Freundschaft, nach Freiheit. … Die Kamera war ihm daneben auf seinen zahlreichen Reisen Instrument, um die Vielfalt der Erscheinungen unserer globalisierten Welt wie auch die Einzigartigkeit der Orte festzuhalten. … Die Analyse des Mediums der Fotografie, das Ausloten ihrer Grenzen, sowie das Austarieren zwischen Poesie und Ernüchterung machen Wolfang Tillmans zu einem der bedeutendsten Fotografen unserer Zeit.“


Der 1968 in Remscheid geborene, in Berlin und London lebende Künstler hat bisher bereits ein dichtes, vielschichtiges Lebenswerk geschaffen, das international intensiv rezipiert worden ist. Angetrieben wurde er dabei von den großen Fragen: nach der Wahrheit (auch nach der des Bildes), nach Erkenntnisgewinn, nach der Wahrnehmung der Gestirne, nach der Dokumentation der Fülle und Flüchtigkeit des unmittelbaren Lebens, nach Schönheit, nach Freundschaft, nach Freiheit.


Das zentrale künstlerische Medium ist für ihn die Fotografie. Deren Bedingungen hat er analytisch untersucht und deren Möglichkeiten ausgeschöpft bis hin zu den Fotogrammen der „Freischwimmer“-Serie, bei denen er ohne Einbezug der Kamera selbst mit der Emulsion malt, oder den perfekten, aus Fotopapier geformten Objekten der „paper drops“. Die Kamera war ihm daneben auf seinen zahlreichen Reisen Instrument, um die Vielfalt der Erscheinungen unserer globalisierten Welt wie auch die Einzigartigkeit der Orte festzuhalten.


Ein wichtiges Thema für Wolfgang Tillmans ist die Ausstellung als eigene künstlerische Formation. Räume gestaltet er persönlich und vor Ort in einem intensiven, teils intuitivem, teils analytischen Prozess. Vitrinen spielen dabei eine wesentliche Rolle, aber auch die verschiedenen, genau festgelegten Formate der Fotografie sowie verschiedene Techniken, sie an der Wand zu hängen. Der Betrachter seiner Ausstellungen wird in einen intensiven Wahrnehmungs- und Erkenntnisprozess involviert, bei dem die Blickrichtungen wechseln und Verknüpfungen hergestellt werden.


In jüngster Zeit, angesichts der massiven Zunahme rechtspopulistischer Strömungen und erschüttert insbesondere durch den Brexit, erkundet er die Möglichkeiten des Künstlers, mit seinen Mitteln politisch und gesellschaftlich wirksam zu werden. So sind es nun – nach der Verbreitung seiner Fotos in Zeitschriften wie Spex – Plakatkampagnen und Internetaktionen, die in seinem Werk hinzugekommen sind und zur Wahlbeteiligung aktivieren. Die Analyse des Mediums der Fotografie, das Ausloten ihrer Grenzen, sowie das Austarieren zwischen Poesie und Ernüchterung machen Wolfang Tillmans zu einem der bedeutendsten Fotografen unserer Zeit.


Der Goslarer Kaiserring ist einer der weltweit renommiertesten Preise für moderne Kunst. Er wird seit 1975 verliehen. Die ersten Preisträger waren Henry Moore, Max Ernst und Alexander Calder. Ihnen folgten Pioniere der Gegenwartskunst wie Joseph Beuys, Gerhard Richter, Nam June Paik, Christo, Cindy Sherman oder Jenny Holzer. Vor Wolfgang Tillmans erhielten in den letzten Jahren unter anderem Andreas Gursky, Bridget Riley, David Lynch, Olafur Eliasson, Boris Mikhailov und zuletzt Isa Genzken den Preis.


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Abbildung: Wolfgang Tillmans, Fotograf Karl Kolbitz

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