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KünstlerInnen verteidigen in einem offen Brief die Vision der documenta 14

Mit der Schlussforderung die documenta „sollte ungebunden, autonom und frei von politischer Einmischung bleiben, um ihre Relevanz im zeitgenössischen Diskurs zu erhalten.“ wenden sich mehr als 80 KünstlerInnen der documenta 14 an die Öffentlichkeit. Nach dem Bekanntwerden des finanziellen Defizits der diesjährigen documenta wollen die Stadt Kassel und das Land Hessen als Gesellschafter der documenta gGmbh die gemeinnützige Gesellschaft wieder in eine gewinnorientierte GmbH umwandeln, der Vertrag der documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff wird am 1. Juni 2018 auslaufen.


Neben der Betonung der nötigen künstlerischen Freiheit wenden sich die UnterzeichnerInnen gegen das Argument der Misswirtschaft, habe doch die documenta 14 alleine in der Region Kassel eine Wertschöpfung von 130 Millionen Euro erbracht.


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Hier der Brief im Wortlaut


Brief von documenta 14 Künstler_innen: Verteidigung der Radikalen Vision der documenta 14



  1. December 2017


Wir, die unterzeichneten Künstler_innen, Autor_innen, Musiker_innen und Forscher_innen, die an verschiedenen Kapiteln der documenta 14 teilgenommen haben – an der öffentlichen Ausstellung in zwei Städten unter dem (Arbeits-)Titel Von Athen Lernen, Parlament der Körper, South as a State of Mind, Daybook, Reader, Listening Space, Keimena, Studio 14, „eine Erfahrung“ und Every Time A Ear di Soun –, wollen die künstlerische Autonomie der documenta 14 gegen den gegenwärtigen Fokus der Medien auf finanziellen Profit und politischen Nutzen verteidigen. In Anbetracht des jüngsten „Skandals“ um das Defizit der documenta 14, mangelnder Transparenz im Prozess der Diskussion um die Wirtschaftsprüfung von PricewaterhouseCoopers, einseitiger Beschlüsse des Aufsichtsrats der documenta gGmbH und ihrer möglichen Auswirkungen auf die künstlerische Autonomie des gesamten documenta Projekts, sehen wir, die an der documenta 14 beteiligt waren, uns veranlasst, uns nach unserem offenen Brief vom September 2017 erneut zu äußern.[1]


Während wir die alleinige Thematisierung von Profit als dem einzig relevanten Ergebnis von Kunstausstellungen zurückweisen, lohnt es sich dennoch, von Anfang an genauer zu betrachten, welche Datensätze nicht öffentlich kommuniziert werden und welchen Wert diese 14. Ausgabe der documenta für das Leben von Menschen beider Länder, Deutschland und Griechenland, hatte. Obwohl in den Medien von einem „gerade noch abgewendeten Bankrott” der documenta 14 die Rede war, hat eine unabhängige Studie der Universität Kassel[2] im November 2017 festgestellt, dass die Besucher_innen der documenta in den 100 Tagen der Ausstellung circa 130 Millionen Euro in der Stadt Kassel ausgegeben haben, und der Tourismus im Vergleich zur documenta 13 um acht Prozent angestiegen ist.[3] Obwohl der Haushalt der „documenta-Stadt“ also Einnahmen von mehr als einhundert Millionen Euro hatte, ist der finanzielle Beitrag Kassels weitaus geringer – und dennoch ist es die documenta, die als „defizitär“ beschrieben wurde. Weder die Presse[4] noch der Vorstand haben diese wichtigen Faktoren und ihren langfristigen Einfluss auf das Sozialleben von Stadt und Region in ihre Kalkulationen von „Gewinn und Verlust“ der documenta gGmbH miteinbezogen.


Jüngste öffentliche Stellungnahmen, die Athen für das Defizit des Budgets der documenta 14 „verantwortlich“ machen, weigern sich anzuerkennen, dass das Projekt von Beginn an als eine in zwei Städten gleichberechtigt veranstaltete Ausstellung konzipiert und autorisiert wurde: in Athen und Kassel. Während dieser an zwei Orten stattfindenden documenta 14 lag die kuratorische Herausforderung zum Teil darin, Deutschland zu dezentrieren, um die strukturellen und ökonomischen Realitäten, Ungleichheiten und Konflikte des heutigen Europas sichtbar werden zu lassen. Ohne die documenta 14 in Athen hätte es auch keine documenta 14 in Kassel geben können: beide waren eins.


Anstatt das Defizit als Ergebnis struktureller Schwächen zu sehen, die schon im Hergang und mit Zustimmung des Vorstands angelegt waren, wurden die allein verantwortlichen „Schuldigen“ (die documenta Geschäftsführerin Annette Kulenkampff und der künstlerische Leiter Adam Szymczyk) schnell ausfindig gemacht. Journalistische Analysen seit dem Bekanntwerden des Defizits weisen darauf hin, dass dieses Bedürfnis dazu geführt hat, dass „Stadt und Land es zugelassen [haben], dass das Ansehen der Documenta schwer beschädigt wurde.“[5] „Mit Adam Szymczyk und Annette Kulenkampff [waren] die Hauptschuldigen schnell ausgemacht. Vielleicht zu schnell?“ Auf dem Spiel steht die „politische Demontage einer öffentlichen Kulturinstitution.“[6] Tatsächlich rief die Geschäftsführerin der documenta 14 Annette Kulenkampff schon im März 2017[7] öffentlich auf, der documenta eine stabile, verlässliche Finanzierung zu schaffen und warnte davor, dass die finanzielle Struktur „auf Dauer nicht tragfähig“ sei.[8] Sie nannte die documenta gegenüber der Deutschen Presse-Agentur offiziell „nicht ausreichend finanziert“ und wies auf die Gefahren hin, die darin lägen, sich für die Finanzierung der Ausstellung auf die ungewissen zukünftigen Einnahmen der documenta zu verlassen. Diese Stellungnahme wurde auch in Analysen reflektiert, die von einer „unterfinanzierten Geschäftsstelle“ sprachen, sowie von einem „Veranstaltungsort voller Unwägbarkeiten, für den es keine Erfahrungswerte gab: Athen.“[9]


Doch nach der Warnung von Kulenlampff ermahnte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der documenta Boris Rhein die Geschäftsführerin öffentlich, nannte ihre Stellungnahme und die Analyse der Finanzstrukturen der documenta „nicht angemessen“ und gab an, dass das Land Hessen die Zuwendungen „kontinuierlich den steigenden Anforderungen angepasst" habe.[10] Kulenkampff wurde zum Schweigen gebracht, indem ihr untersagt wurde, mit der Presse zu sprechen. Nachdem das mögliche Defizit der documenta öffentlich wurde, kam es so zu einem finanziellen „Skandal“, der die künstlerische und politische Vision des Von Athen Lernens überschattete. Als Kulenkampff schließlich dem Verbot trotzte und sich äußerte,[11] wurde deutlich, dass der singuläre Fokus der Medien auf finanziellen Gewinn die Vision für eine dezentrierte documenta (von der wir in unserem September-Brief sprachen) entwertet hatte. Anstatt über die politischen Auswirkungen der Verlagerung der documenta aus dem Kasseler Zentrum zu sprechen, ging es darum, dass der Beginn der Ausstellung in Athen ein finanzieller „Fehler“ gewesen sei.


Die Gesellschafter_innen im Vorstand der documenta gGmbH vertreten das Land Hessen und die Stadt Kassel. Diese sind Oberbürgermeister Christian Geselle (Vorsitzender, SPD); Staatsminister Boris Rhein (stellv. Vorsitzender, CDU); Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, CDU; Stadtverordneter Dr. Rabani Alekuzei, SPD; Stadtverordneter Marcus Leitschuh, CDU; MdL Karin Müller, GRÜNE; Stadtverordneter Axel Selbert, LINKE; Stadtverordneter Gernot Rönz, GRÜNE; Staatsminister Axel Wintermeyer, CDU und Staatssekretär Dr. Martin J. Worms, parteilos. Diese nahmen seit der Ernennung des Künstlerischen Leiters Adam Szymczyk im Jahr 2013 an zahlreichen Vorstandssitzungen teil. Seit Januar 2017 wurden sie laut öffentlichen Erklärungen durch zweimonatige schriftliche Finanzberichte informiert. Die Gesellschafter_innen äußerten in dieser Zeit keine Bedenken hinsichtlich der Pläne und Schritte, die notwendig waren, um die erste in zwei Ländern gleichberechtigte documenta zu verwirklichen. Keine der von der Geschäftsführerin eingebrachten geplanten Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels wurde jemals im Verlauf dieses Vorgangs abgelehnt.


Seit August 2017, als der allein in finanzieller Hinsicht betrachtete „Erfolg“ der Ausstellung in Frage stand, wurde das Projekt in den Medien brutal zum Sündenbock gemacht: allen voran durch selektive Berichterstattung, Auslassungen und „alternative Fakten“ in der Kasseler Tageszeitung HNA. Mittlerweile befasst sich die Staatsanwaltschaft mit der Frage, ob die von der Kasseler Fraktion der rechtsextremen Partei AfD erhobene Anklage gegen die Geschäftsführerin und den Künstlerischen Leiter der documenta 14 sowie gegen den ehemaligen Bürgermeister von Kassel verfolgt werden soll. Die AfD ist eine rechtsnationale Partei, die für Kürzungen kommunaler Unterstützung von Projekten zur Förderung kultureller Vielfalt bekannt ist.[12] In Kassel stimmte sie gegen die Bürgschaft der Stadt für die documenta 14[13] und ihre Mitglieder bezeichneten das in Kassel ausgestellte Fremdlinge und Flüchtlinge Monument als „entstellte Kunst“: in bewusster Anspielung auf den Nazi-Begriff „entartete Kunst“.[14]


Auf welchen Wegen wurden vertrauliche Informationen und Berichte, die in einer außerordentlichen Vorstandssitzung im August besprochen wurden, vorschnell verbreitet, um die Berichterstattung zu manipulieren? Warum wurden Personen, die am qualifiziertesten waren, auf Fragen zur Ausstellungsorganisation zu reagieren, von wichtigen Vorstandssitzungen ausgeschlossen, in denen das Defizit diskutiert wurde?[15] Staatsminister Boris Rhein sagte auf der Eröffnungspressekonferenz der documenta 14 in Kassel am 7. Juni, dass die Entscheidung, die documenta zwischen Kassel und Athen zu teilen, „genau richtig“ gewesen sei.[16] Nach dem Ende der Ausstellung in Kassel am 17. September gab er jedoch eine Pressemitteilung heraus, laut der „die documenta in Kassel (ohne Athen) mit einem positiven Ergebnis abschließt.“[17] Wollte die Gesellschafter der documenta damit ausdrücken, dass künstlerische Freiheit und eine dezentrierte Ausstellung nur dann „genau richtig“ ist, solange sie auch profitabel ist? Das Ergebnis der Diskussion um das „Defizit“ ist ein Abbau der künstlerischen Autonomie der documenta zugunsten eines Strebens nach Profitabilität. Bertram Hilgen, der scheidende documenta 14 Vorsitzende, dessen Erfahrungen aus drei früheren documenta-Ausgaben von seinem Nachfolger ignoriert wurden, stellte fest, dass der Vorstand vertrauliche Informationen der Presse zugespielt hätte wurde und stark von den jüngsten Ereignissen kompromittiert sei.


Als Künstler_innen der documenta 14 haben wir mit einem kuratorischen und administrativen Team der documenta gearbeitet, das professionell ein enorm komplexes und finanziell begrenztes Projekt verwaltet und realisiert hat, das in beiden Städten neu in Auftrag gegebene und historische Kunstwerke versammelte. Über eine Million Besucher_innen in zwei Städten konnten unzählige Veranstaltungen erleben und sich am öffentlichen Programm und Debatten beteiligen, die ein ganzes Jahr vor der Eröffnung in Athen ihren Anfang nahmen.[18] Wir waren bestrebt, durch unsere Arbeit zu einer Vision nachhaltigerer Beziehungen zwischen Staaten und Menschen beizutragen (und haben uns dabei nicht nur auf Deutschland und Griechenland beschränkt), mit dem erklärten Ziel, mit öffentlich finanzierten Institutionen wie Kunstschulen und Museen in beiden documenta 14 Städten, Archiven und archäologischen Stätten sowie zivilgesellschaftlichen Initiativen in einem größtmöglichen Spektrum zu arbeiten. Dieser Versuch war Ausdruck unseres grundlegenden gemeinsamen Glaubens an das Potential gemeinsamer künstlerischer Aktionen, um die endemischen Ungleichheiten zu adressieren, die Unsicherheit, Enteignung, materielle Zerstörung und spirituelle Verarmung für das Leben der Menschen in unserer Zeit bedeuten.


Mit mehr als vierhundert Künstler_innen, Denker_innen und anderen Personen, die an einem Programm teilnahmen, das kontinuierlich über 163 Tage (oder einhundert Tage in jeder Stadt) lief, war die documenta 14 ein anspruchsvolles Unterfangen. Das Team der documenta beaufsichtigte eine Organisation, die in weniger als drei Jahren auf über eintausend Mitarbeiter_innen anwuchs. Es gab dabei kein existierendes Modell, wie die Ausstellung unter den gegebenen Umständen und mit den verfügbaren Mitteln, die die Gesellschafter in einem vierjährigen Prozess nicht geprüft und ausreichend angepasst hatten, bewerkstelligt werden sollte. Indem die Gesellschafter diese Verantwortung der Geschäftsführerin, also einer einzelnen Person, zuschoben und die kuratorische Kernidee der documenta 14 durch die Verurteilung Athens als Grund für den dreizehnprozentigen Defizit der Ausstellung in Frage stellten, leiteten sie einen Schachzug zur politischen Kontrollübernahme der documenta in die Wege. Er dient als Blick in die Zukunft einer documenta, die nur in Deutschland stattfindet und unter strikter Finanz- und Managementkontrolle gestrafft wird, die nun als oberstes und einziges Ziel der Politiker_innen präsentiert wird.


Das öffentlich debattierte „Defizit“ der documenta 14 ist ein gelegenes Werkzeug, um populistische Bestrebungen zu nutzen, die „Basis“ der documenta gGmbH zu erneuern, indem sie beispielsweise wieder in eine GmbH umgewandelt wird – von einer „gemeinnützigen GmbH“ zu einer herkömmlichen „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“.[19] Der Vorsitzende des Aufsichtsrats und Bürgermeister von Kassel, Christian Geselle, sagte in einer öffentlichen Ansprache, dass dafür gesorgt werden würde, dass es eine documenta 15 mit Kassel als Hauptstandort geben wird. Das Vermächtnis, das die documenta in ihrer über sechzigjährigen Geschichte aufgebaut hat, steht jedoch für das genaue Gegenteil. Es sichert die Freiheit, Positionen offen zu halten, Ungerechtigkeit aufzuzeigen und dagegen vorzugehen, kritisch gegenüber Versuchen zu bleiben, Kultur politisch zu kapern, zu experimentieren und gegen alle Widerstände zu denken. Dieses Erbe wird nun durch die Forderung aufgegeben, eine rigide deutsche Identifikation der documenta gegen ihren kulturellen Auftrag umzusetzen, dank dessen sie sich jedoch zu einer global relevanten Ausstellung entwickelt hat. Die oben erwähnten globalen Werte zu zerstören, würde zu einer Vision einer Gemeinschaft beitragen, deren Bürger_innen gegenüber einer politischen Ausbeutung ihrer wirtschaftlichen Probleme, Unsicherheit und inneren Ängsten ausgesetzt sind. Ihnen wird damit ein gefährliches nationalistisches Gefühl zur Besänftigung ihres Leids angeboten: „documenta nur in Kassel.“ Wurde eine dezentralisierte documenta 14, die für ein Ende des Eurozentrismus eintrat, also durch eine aktive Politik von „Deutschland zuerst“ in die Schranken verwiesen?


Wie wir in unserem Brief im September beschrieben, schloss sich die Ausstellung seit den 1990er Jahren einer globalen Bewegung der Dezentralisierung des westlichen kunsthistorischen Kanons an, in der sich Institutionen, Ausstellungsorte und Universitäten emanzipierten, was zu einer willkommenen und längst überfälligen verstärkten Präsenz von Künstler_innen, Theoretiker_innen und Denker_innen des Globalen Südens führte, angefangen mit der documenta 10 (Catherine David) und im Anschluss daran bei der documenta 11 (Okwui Enwezor), der documenta 12 (Roger M. Buergel und Ruth Noack) und der dOCUMENTA 13 (Carolyn Christov-Bakargiev). Gleichzeitig begann die documenta, sich räumlich zu dezentralisieren. So hatte die documenta 11 Plattformen in Berlin, Wien, Neu-Delhi, St. Lucia und Lagos. Es folgten die Magazine der documenta 12 – ein Netzwerk aus rund hundert Publikationen aus der ganzen Welt. Übernommen wurde dieses Konzept ebenfalls von der dOCUMENTA 13 mit ihren Satellitenprojekten in Kabul, Alexandria und Banff. In Folge dieser Entwicklung der documenta hin zu Dezentralisierung und Dekolonialisierung begrüßten wir die Entscheidung, die documenta 14 als einen Dialog zwischen Athen und Kassel zu initiieren.


Seit 1955 hat sich die Welt immer wieder verändert. Westeuropa ist nicht mehr das Zentrum, nicht nur im Bezug auf zeitgenössische Ausstellungen. Es ist inzwischen herausgefordert, seinen Platz unter Gleichen einzunehmen, während Asien, Lateinamerika, Afrika, der Nahe Osten, Süd- und Osteuropa und Australasien ihre Anwesenheit behaupten.[20] Die zeitgenössische Kunst blickt nicht mehr auf eine europäische Ausstellung, um den Weg zu Ideen zu finden, was Kunst kann und was sie tun sollte. Kassel beeinflusst aber noch immer die Diskussionen in der zeitgenössischen Kunst, die an vielen anderen Orten aufkommen – eben durch den globalen Fokus der documenta.


Eine eurozentrische Haltung des „Deutschland zuerst“ und „nur in Kassel“ geht gegen die Werte der documenta 14. Unsere Ausstellung gründete auf einer großen Vielfalt an künstlerischen Praktiken und knüpfte an das Vermächtnis der documenta seit 1997 (documenta X) an. Der (globale) Süden behauptete darin in der zeitgenössischen Kunstproduktion mit Zuversicht eine Position, die Schlüsselparameter des Diskurses herausforderte und irreversibel veränderte.[21] Die documenta sollte sich nicht von ihrem eigenen Weg abwenden und zu einem konservativ-triumphalistischen europäischen Modell einer zeitgenössischen Kunstausstellung zurückkehren. Im Gegenteil: sie sollte ungebunden, autonom und frei von politischer Einmischung bleiben, um ihre Relevanz im zeitgenössischen Diskurs zu erhalten.


Unterzeichnet:

Künstler_innen der documenta 14 (alphabetisch nach Nachnamen)



  1. Akinbode Akinbiyi

  2. Nevin Aladağ

  3. Daniel G. Andújar

  4. Andreas Angelidakis

  5. Franck Apertet

  6. Michel Auder

  7. Alexandra Bachzetsis

  8. Marie Cool Fabio Balducci

  9. Sokol Beqiri

  10. Ross Birrell

  11. Pavel Braila

  12. Miriam Cahn

  13. Maria M Campos-Pons

  14. Lucien Castaing-Taylor

  15. Banu Cennetoğlu

  16. Panos Charalambous

  17. Anna Daučíková

  18. Moyra Davey

  19. Yael Davids

  20. Maria Eichhorn

  21. Hans Eijkelboom

  22. Bonita Ely

  23. Theo Eshetu

  24. Regina José Galindo

  25. Pélagie Gbaguidi

  26. Sanchayan Ghosh

  27. Yervant Gianikian

  28. Gauri Gill

  29. Douglas Gordon

  30. Johan Grimonprez

  31. Hans Haacke

  32. David Harding

  33. Edi Hila

  34. Susan Hiller

  35. Ralf Homann

  36. Amelia Jones

  37. Hiwa K

  38. Bouchra Khalili

  39. Daniel Knorr

  40. Andreas R. Kassapis

  41. Amar Kanwar

  42. L

  43. Katalin Ladik

  44. Angela Ricci Lucchi

  45. Marianna Maruyama

  46. Ed McKeon

  47. Jonas Mekas

  48. Angela Melitopoulos

  49. Sandro Mezzadra

  50. Marta Minujín

  51. Naeem Mohaiemen

  52. Rosalind Nashashibi

  53. Brett Neilson

  54. Emeka Ogboh

  55. Aki Onda

  56. Neni Panourgia

  57. Verena Paravel

  58. Angelo Plessas

  59. Nathan Pohio

  60. Tracey Rose

  61. Roee Rosen

  62. Ben Russell

  63. Ashley Hans Scheirl

  64. David Schutter

  65. Nilima Sheikh

  66. Ahlam Shibli

  67. Mounira Al Solh

  68. Annie Sprinkle

  69. Beth Stephens

  70. Vivian Suter

  71. Ariuntugs Tserenpil

  72. Jakob Ullmann

  73. Antonia Vega

  74. Cecilia Vicuna

  75. Annie Vigier

  76. Lala Meredith Vula

  77. Lois Weinberger

  78. Elisabeth Wild

  79. Sergio Zevallos

  80. Artur Żmijewski

  81. Dan Peterman


 


 


 


 


[1] „Über die emanzipatorischen Möglichkeiten dezentrierter Ausstellungen”, Brief von über zweihundert documenta Künstler_innen, 17. September 2017. http://www.kassel-live.de/wp-content/uploads/2017/09/d14_Artists_Open_Letter_GERMAN_Sep.17.0500.CET_.pdf


[2] „Neues, junges Publikum in Athen", HNA, 21. November 2017.


[3] „documenta 14 bringt Tourismusplus für Kassel”, Hessenschau, 14. November, 2017. http://www.hessenschau.de/wirtschaft/documenta-14-bringt-tourismusplus-fuer-kassel,kurz-documenta-14-tourismusplus-100.html


[4] Anne Katrin Fessler, “Adam Szymczyk: ‘Es ist wie ein Gangsterfilm, wie ein Drehbuch’”, Der Standard, October 5, 2017.


http://derstandard.at/2000065409032/Adam-Szymczyk-Es-ist-wie-ein-Gangsterfilm-wie-ein-Drehbuch


[5] Kolja Reichert, „Documenta-Opfer“, FAZ, 28. November 2017. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/documenta-opfer-15313271.html


[6] Mirja Rosenau, “Angriff auf die Documenta”, Art Kommentar, November 2017. http://m.art-magazin.de/szene/21894-rtkl-kommentar-angriff-auf-die-documenta


[7] „Auf Dauer nicht tragfähig“: Geschäftsführerin findet documenta unterfinanziert“, HNA, 21. März 2017.


https://www.hna.de/kultur/documenta/geschaeftsfuehrerin-haelt-documenta-fuer-unterfinanziert-7938130.html


[8] „Documenta-Geschäftsführerin will mehr öffentliche Gelder“, Monopol, 20. März 2017. http://www.monopol-magazin.de/documenta-gesch%C3%A4ftsf%C3%BChrerin-will-mehr-%C3%B6ffentliche-gelder


„Auf Dauer nicht tragfähig“: Geschäftsführerin findet documenta unterfinanziert“, HNA, 21. März 2017.


https://www.hna.de/kultur/documenta/geschaeftsfuehrerin-haelt-documenta-fuer-unterfinanziert-7938130.html


[9] Kolja Reichert, „Documenta-Opfer“, FAZ, 28. November 2017. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/documenta-opfer-15313271.html


[10] „Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: Förderung der documenta schafft verlässliche Rahmenbedingungen“, Pressemitteilung der CDU Hessen, 21. März 2017. https://www.cduhessen.de/aktuelles/archiv/kunst-und-kulturminister-boris-rhein-foerderung-der-documenta-schafft-/


 


[11] Kolja Reichert, „Documenta-Geschäftsführerin: ‘Jeder Cent ist nachvollziehbar“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Oktober 2017. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/superkunstjahr-2017/documenta-geschaeftsfuehrerin-jeder-cent-ist-nachvollziehbar-15227004.html
Translated: Interview with Annette Kulenkampff about budget shortfall, e-flux, October 2, 2017.


https://conversations.e-flux.com/t/interview-with-annette-kulenkampff-managing-director-of-documenta-14-about-budget-shortfall/7130


[12] „AfD will Zuschüsse für Kasseler Jugendring, Kopiloten, Kulturzentrum Schlachthof, DITIP und interkulturelle Elternarbeit kürzen,” Neue Kasseler Zeitung, 21. November 2017.


[13] „Bankrott abgewendet – mit dem Segen der Stadt“, Nordwest-Zeitung, 26. September, 2017. https://www.nwzonline.de/kultur/kassel-documenta-in-kassel-bankrott-abgewendet-mit-dem-segen-der-stadt_a_32,0,3971998511.html


[14] „AfD spricht von ‚entstellter Kunst’“, Der Spiegel, 17. August 2017.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/documenta-afd-nennt-kunstwerk-von-olu-oguibe-entstellte-kunst-a-1163271.html


[15] “Hili Perlson, “Adam Szymczyk Accuses the Board of ‘Fabricating’ a ‘Controlled Scandal’,” Art News, 21. November 2017.
https://news.artnet.com/art-world/adam-szymczyk-replies-to-documenta-14-audit-report-1154420


[16] Nate Freeman, “Documenta 14 Opens in Kassel with Fiery, Combative Press Conference as Curators Pledge to Fight Neo-Fascism, ArtNews, 6. Juli 2017. http://www.artnews.com/2017/06/07/documenta-14-opens-in-kassel-with-fiery-combative-press-conference-as-curators-pledge-to-fight-neo-fascism/


[17] „Der documenta-Aufsichtsrat hat getagt und bezieht Stellung“, HNA, 15. November 2017. https://www.hna.de/kassel/documenta-14-ere336255/documenta-aufsichtsrat-hat-getagt-und-bezieht-stellung-9366310.html


[18] „Die documenta 14, 8. April–17. September 2017, hat in Athen, in Kassel und an anderen Orten mehr Menschen erreicht als je zuvor“, documenta 14 Stellungnahme zum Ende der Ausstellung. http://www.documenta14.de/de/news/25596/closing


[19] Mirja Rosenau, “Attack on Documenta”, Art, November 2017.


http://m.art-magazin.de/szene/21894-rtkl-kommentar-angriff-auf-die-documenta


[20] Jon Bywater, “Seeing documenta 14 from the other south,” Contemporary Hum, October 20, 2017.


https://www.contemporaryhum.com/seeing-d14-from-the-other-south


[21] Frans Josef Petersson, “We Need to Reclaim the Narrative of Documenta 14 as a Radical Exhibition,” Kunstkritikk, November 10, 2017.


http://www.kunstkritikk.com/kommentar/we-need-to-reclaim-the-narrative-of-documenta-14-as-a-radical-exhibition/

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