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Sofie Thorsen erhält den Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2017

Der mit 10.000 Euro dotierte ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2017' geht an die 1971 in Århus geborene und in Wien lebende Künstlerin Sofie Thorsen.


In ihren Werken setzt sich Sofie Thorsen mit den politischen, sozialen und kunsthistorischen Kontexten von Orten auseinander mit dem Ziel, ihre „stummen und verstummten" Strukturen wieder zum Sprechen zu bringen. Ihre Methode erinnert an eine Spurensuche, die Sofie Thorsen von der Aneignung und Adaption vorgefundener Bilddokumente bis hin zu deren Auflösung führt. Mit ihren Arbeiten erforscht die Künstlerin formale, materielle und haptische Parameter, Formen und Körper und kombiniert in raumgreifenden Installationen die für ihren Skulpturenbegriff charakteristischen Materialien Stahl, Aluminium und Papier.


Ein Themenkomplex analysiert die Bereiche Skulptur, Architektur und Design in ihrem Verhältnis zu Gesellschaft und kommunaler Verantwortung. In der mehrfach präsentierten Werkserie „Spielplastiken" (2010–2016) rückt Sofie Thorsen ein bislang kaum gewürdigtes Phänomen der österreichischen Nachkriegszeit – bespielbare Skulpturen aus den 1950er Jahren – in den Mittelpunkt. Diese kleinen, abstrakten Utopien inmitten nüchterner Architektursprache greift die Künstlerin für ihre Installationen auf. Darin vergrößert sie Reprografien von Zeitdokumenten, eliminiert figurative Bestandteile, reduziert die Konstruktionen auf ihre Geometrie und Linearität. Die fragilen Papierobjekte auf den Metallgerüsten geben den Bildquellen ihre einstige skulpturale Präsenz zurück und geraten zu einem in den Raum gestellten, begehbaren Archiv der Formen.


In ihrer Werkserie „Precious Things That Come Out of the Ground" (2017) analysiert Sofie Thorsen mittels abstrakter Zeichenhaftigkeit die An- und Abwesenheit von zerstörtem und/oder geraubtem Kulturgut aus archäologischen Fundstätten. Auffällig ist auch hier die Gestaltung mit filigranem Papier, das Sofie Thorsen über die gebogenen Stahlrohre ihrer Installation mäandern lässt. Mit punktuellen Unschärfen und Unterbrechungen der skulpturalen Form irritiert die Künstlerin und betont damit unterschiedliche Ebenen und Formen der Realitätswahrnehmung. Sophie Thorsens Arbeiten eröffnen so ein Feld ambivalenter Sichtbarkeiten und changieren zwischen erkennbarer Realitätsabbildung und möglicher Fiktion. Ab 20. Oktober 2017 ist diese Werkserie in der Gruppenausstellung „Spuren der Zeit" im Leopold Museum Wien zu sehen.


Der ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis' wurde 2016 von der Wiener Galeristin Dagmar Chobot und der Stiftungspartnerin Bildrecht, der Urheberrechtgesellschaft für Bildende Kunst, ins Leben gerufen. Die Auszeichnung geht jährlich an eine/n zeitgenössische/n Bildhauer/in, die/der in Österreich lebt und arbeitet. Als erster Preis seiner Art in Österreich ist er explizit dem Medium Skulptur gewidmet und berücksichtigt neben klassischen Zugängen auch experimentelle Ansätze und Installationen. Der Preis unterliegt keiner Altersbeschränkung.


Neben Sofie Thorsen waren in diesem Jahr Manfred Erjautz, Sophie Hirsch, Markus Jeschaunig, Bernd Oppl und Werner Reiterer für den ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2017' vorgeschlagen.

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