|
(14.09.07) Stille in dröhnender Zeit
Ebenfalls Teil einer über das Festival hinausgehenden Ausstellung ist die österreichische Arbeit "Spiegelzellen" von Sylvia Eckermann, Peter Szely und Doron Goldfarb in der Linzer Landesgalerie. Hier wird ein endlosverspiegelter Kubus zum immersiven Aufenthaltsraum, in dem sich Nutzende über drei Projektionsflächen einander annähern können. Diese Begegnungen finden in unterschiedlichen emotionalen Sphären statt. So ist ein Raum der Erinnerung gewidmet, ein anderer den Prinzipien von Vergänglichkeit und Veränderung, ein dritter dem Phänomen von Nähe und Körperlichkeit; ein vierter thematisiert Fragen von Identität und Mimesis und ein fünfter schließlich das Außen. Abgesehen von der überaus interessanten zugrundeliegenden Installationsidee, kann die Arbeit als visuell wie akustisch ebenso außergewöhnliche wie geglückte Anwendung einer Multi-User-Umgebung betrachtet werden, die wiederum jenseits herkömmlicher 3D-Spielumgebungen Fragen aufwirft und sich nicht damit begnügt, absehbare Handlungen zu evozieren. Diese beiden Arbeiten können stellvertretend für noch weitere während des Festivals stehen, die der Frage von Nähe und Distanz nachspüren, multiples Sein thematisieren und damit auch Gegenwart spiegeln. Auf einer weiteren Ebene leistet dies auch die Arbeit "Augmented Sculpture" von Pablo Valbuena (ES). Ein Architekturmodell wird hier mit einer Lichtprojektion überlagert. Der Lauf der Zeit wird sichtbar und die (politische) Frage bleibt, ob es nun um das das Einzelne oder das Gesamte gehen soll. www.aec.at Ursula Hentschläger
|
|
|
|