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(30.04.07)
habres+partner
Lisa Holzer - Die Hose passt wirklich ausgezeichnet 14.03.07 bis 05.05.07
Das -meist abwesende- Gegenüber
Verfremdete Abbildungen von herkömmlichen Verpackungen von Kartoffelchips aus der Serie "Besuche" - malerische Qualität in den Arbeiten, die Lisa Holzer selbst als "Fotos freier performativer Erscheinungen" bezeichnet; zwei einsame Krawatten oder Strümpfe, deren Funktion innerhalb der Ausstellung die einer "autonomen Leerstelle" ist; und zwei jeweils einsame Brezel in schwarz-weiß.
Das Gegenüber ist das Thema in Lisa Holzer´s Arbeiten. Jedoch ist keine menschliche Figur vorhanden, auch keine Spuren, die auf ein vorhanden gewesenes Gegenüber verweisen bzw. davon zeugen - nur indirekte Verweise und Andeutungen: eben jene leere Chipspackung, die man vielleicht gerade mit jemandem geteilt hat oder die beiden einsamen Brezel, die das Zeichen einer Zweisamkeit schon aufgrund ihrer Form in sich tragen. Die hinter all diesen Arbeiten liegende Bedeutung, eben das Gegenübers und seine Absenz, erschließt sich allerdings nicht alleine durchs Schauen. Die vielschichtigen Bedeutungsebenen können ohne entsprechende Hintergrundinformation nicht in ihrer Tiefe erfasst werden, lediglich die individuelle Ikonographie sowie Andeutungen im Performance-Text lassen da und dort eine Ahnung aufkommen: "Brezel: verzweigt, 2 Wege, 2 Antworten die zusammen hängen"; "Ich sag ja, ein Gegenüber fehlt, ohne verliert man sich in Abstraktion".
Ein dialektischer Ansatz, im Sinne einer Beurteilung gut/schlecht, platt/verstörend etc., funktioniert insbesondere bei zeitgenössischer Kunst nicht mehr. Als zielführende Kategorie erweist sich bei diesen Arbeiten die "Performativität" (Wittgenstein) - d.h. ein Werk wird in dem Augenblick zu Kunst, "in dem etwas stattfindet das ankündigt, dass nicht alles zu Ende ist. Ein einfaches Hier". Ein Werk wird also relevant durch die Frage, welche Anstöße, welche Ereignisse es auslöst.
Denn über all den hier gezeigten Arbeiten und Überlegungen steht nach Lisa Holzer letztlich noch eine ganz andere Idee: "...geht es auch hier nicht zuletzt um den Geist als paradiesischen Handlungsraum, um den Versuch von Freiheit zu sprechen."
Alice Schmatzberger

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