Nilpferde stürmen New York

Olga Kronsteiner, 07.09.06

Sotheby`s zeigt ein außergewöhnliches Nilpferd-Service der Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen

Es sind derer 900 Mitglieder in einer Altersklasse von 5 bis 95: Der Hippolotofus, anders ausgedrückt ein Club der Nilpferd-Freunde, wurde 1999 gegründet und 2000 von Yahoo übernommen. Richard Baron Cohen ist einer seiner Mitglieder und seit Jahren Sammler antiken Neoklassizistischen Porzellans. Diese beiden Interessensgebiete veranlassten ihn ein spezielles Service bei Royal Copenhagen in Auftrag zu geben. Wie viel der Hippo-Fanatiker für die Ausführung der 1775 gegründeten Dänischen Porzellanmanufaktur berappte ist nicht bekannt.

18. Jahrhundert liefert die Form, das 21. die Motive
Auf dem Kunstmarkt ist die preisliche Bandbreite - ähnlich anderer traditioneller europäischer Manufakturware - relativ groß. Für historische Service muss man deutlich tiefer in die Geldbörsen greifen, Christina Prescott-Walker, Porzellan-Spezialistin von Sotheby`s nennt Größenordnungen vergleichbar mit einem vergangenes Jahr im Rahmen des Lawrence S. Rockefeller bei Sotheby`s in New York auktionierten 92-teiligen Sèvres-Services von 1793, für die der Hammer bei 231.000 US Dollar fiel. Zeitgenössische Ausformungen können insofern geradezu als Schnäppchen tituliert werden. Selbst auf legendären historischen Servicen, deren erste Ausführung in das 18. Jahrhundert, die Blütezeit der Porzellanerzeugung fällt: Im Falle von Royal Copenhagen ist es das Flora Danica Service, das in nicht weniger als 12 jähriger Arbeitszeit vom Porzellanmaler Johann Christoph Bayer geschaffen wurde. Heute zieren die "freien" Medaillons meist botanische Blumen, und ein 5-teiliges Service kostet etwas weniger als 6000 Dollar ab Manufaktur, im Auktionssaal rund die Hälfte.

300 Hippo-Portraits
Auch Richard Baron Cohen entschied sich für die historische Flora Danica Form, wobei die Fonds der Teller und Platten oder die Medaillons an anderen Gefäßtypen Hippos zeigen. Dabei sind es nicht um irgendwelche Nilpferde, sondern um Portraits: Die mehr als 300 Hippo-Ansichten, singulär oder im Familienverband, haben Originalfotografien aus hunderten Zoos aus 33 Nationen weltweit zum Vorbild. Jedes einzelne der 144 Porzellanteile verfügt insofern nicht nur über die obligate Royal Copenhagen Kennzeichnung, sondern trägt auch den Namen des Nilpferdes, jenen des Zoos, die jeweilige Stadt wird ebenso genannt wie das Land. Ob auch Ali (* 1965), seine Gefährtin Jenny (* 1990) und deren gemeinsames noch namenloses Jungtier (* 1999) aus Schönbrunn ein Tässchen zieren ist unbekannt. Gesichert ist, dass Sotheby`s diesem Service bis zum 13. September in New York eine Sonderausstellung widmet.

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