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Erweiterte Tradition

Silvie Aigner, 27.07.06

Der Gebäudekomplex der Stadtgalerie in Klagenfurt hatte eine wechselvolle Geschichte hinter sich, eher er von 1993 bis 1996 aufwändig restauriert wurde. 1996 wurde mit einer Ausstellung über Egon Schiele die neue Stadtgalerie eröffnet. In den letzten 10 Jahren zeigte die Galerie vorwiegend Ausstellungen der Klassischen Moderne, interessante Personalausstellungen von Meret Oppenheim, Jean Michel Basquiat u.a. als auch unverständliche Ausrutscher wie die Manfred Deix Schau 2001. Das Ankaufsbudget allerdings wurde bewusst für den Aufbau einer Sammlung zeitgenössischer Positionen verwendet.

So hat die Stadtgalerie seit 1996 eine Sammlung von vorwiegend österreichischen und hier schwerpunktmäßig aus Kärnten stammenden KünstlerInnen aufgebaut. Die Auswahl umfasst Künstler, die um 1950 geboren wurden bis hin zu einer jungen Generation der Jahrgänge um 1970 und gibt einen Einblick in die österreichische Kunstszene, der sich wohltuend von den allzu gleichen Ankäufen anderer Institutionen unterscheidet. 100 Positionen von ca. 80 KünstlerInnen umfasst die Sammlung auf die der Titel "Déjà vu" nur bedingt zutrifft, charakterisiert sie doch die individuelle Auswahl der Stadtgalerie Klagenfurt. Junge Positionen wie jene von Eric M. Kressnig, Armin Ebner, Marina Koraiman, Michael Kravagna, Melitta Moschik, Maria Petschnig und andere, werden ergänzt durch aktuelle Arbeiten von Wolfgang Walkensteiner, Gunter Damisch oder Franco Kappl.

Die Ankäufe zeigen einen gewissen Hang zu traditionellen Genregattungen wie Tafelbild, Graphik und Skulptur. Bei letzterer zeigen Künstler wie Rudi Benétik, Helmut Machhammer und Rainer Wulz, dass die zeitgenössische Kunst das Material Stein wieder für sich entdeckt hat. Objekte von Bernhard Tragut, Ina Loitzl, oder Marlies Liekfeld-Rapetti spannen den Bogen von einem erweiterten Skulpturenbegriff bis hin zur Rauminstallation. Die Ausstellung wurde von der Galerieleiterin Beatrix Obernosterer zusammengestellt und da vielfach nur eine Arbeit pro KünstlerIn angekauft wurde, wird die Präsentation durch Leihgaben ergänzt um dem Besucher ein umfassendes Bild des jeweiligen Oeuvres bieten zu können. Viele der Arbeiten wurden direkt aus Galerien oder Ausstellungen angekauft, daher auch der Titel. Stellt sich dann zuweilen das Gefühl ein, dass man das eine oder andere Bild bereits wo gesehen hat, so tritt laut Lexikon ein déjà vu zumeist dann auf, wenn die erste Erfahrung nicht vollständig erfasst wurde und man den größten Teil davon wieder vergessen hat, da man ihr beim ersten Mal keine große Aufmerksamkeit geschenkt hat. Das kann man jetzt in der Stadtgalerie bis 21. September nachholen.


Tipps

 

Stadtgalerie Klagenfurt
9020 Klagenfurt, Theatergasse 4
Tel: +43/463/537 5532
Fax: +43/463/593022
email: office@stadtgalerie.net
http://www.stadtgalerie.net




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Stadtgalerie Klagenfurt
Déjà Vu? - Einblicke in die Sammlung

02.07.2006 bis 21.09.2006

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