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(28.07.06) Kunsthalle Wien: Dorothy Iannone, Lee Lozano - Seek The Extremes... Erhöhte Genitaliendichte
Iannones Arbeiten, die derzeit in einer Doppelausstellung mit Lee Lozano (1930-1999) in der Kunsthalle Wien zu sehen sind, erinnern an die Art Brut: Symmetrische Kompositionen, eine Vorliebe für immer wiederkehrende Features, schriftliche Erläuterungen direkt im Bild, Horror Vacui, eine hieratische Figurenauffassung. In langwierigen Bildergeschichten erzählt sie über die Liebe, meistens wird kopuliert, was das Zeug hält, sie selbst präsentiert sich gerne als Sexgöttin. Das alles traf in den 70er-Jahren wohl ziemlich gut den Nerv der Zeit - heute wirkt Iannones psychodelisch anmutende Bildproduktion vor allem retro. Unabhängiger vom Zeitgeist hat Lee Lozano gearbeitet. Ihre künstlerische Auseinandersetzung ähnelt nur oberflächlich jener von Iannone: Zwar ist auch bei Lozano die Genitaliendichte hoch. Allerdings hat ihre Auffassung von Sexualität mit Iannones fröhlichem "Hohe Lied der Liebe" reichlich wenig zu tun. In ihren starken Zeichnungen und weniger starken Gemälden fragmentiert sie Genitalien, amalgamiert diese mit religiösen Symbolen oder setzt sie in Gesichter ein - all das schwankt zwischen Sarkasmus und Gewalt. Daneben zeigt die Kunsthalle Lozanos "Pieces" - Aufzeichnungen extremer Selbsterfahrungen. Wie Carol Rama oder Semiha Berksoy zählen beide Künstlerinnen zu einer Generation, die erst jetzt allmählich (wieder-)entdeckt wird. Im Fall von Lozano ist dies längst an der Zeit. Nina Schedlmayer Kunsthalle Wien
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